23 March 2026, 00:23

Apothekensterben im Landkreis Darmstadt-Dieburg bedroht medizinische Grundversorgung

Apothekenfassade mit "The Generics Pharmacy"-Schriftzug, umgeben von Gebäuden, Strommasten und Fahrzeugen unter einem klaren blauen Himmel.

Apothekensterben im Landkreis Darmstadt-Dieburg bedroht medizinische Grundversorgung

Apothekensterben im Landkreis Darmstadt-Dieburg: Versorgungslücken gefährden Gesundheitsdienstleistungen

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg schrumpft das Netz der örtlichen Apotheken – und setzt damit die flächendeckende Versorgung mit essenziellen Gesundheitsleistungen aufs Spiel. Allein in den vergangenen fünf Jahren mussten zwei Apotheken im Kreisgebiet endgültig schließen, was Lücken in der nahen medizinischen Grundversorgung hinterlässt. Experten warnen nun, dass weitere Schließungen jahrelange Bemühungen um ein zuverlässiges Versorgungssystem für die Bevölkerung zunichtemachen könnten.

2022 stellte die Arheilger Apotheke ihren Betrieb ein, zwei Jahre später folgte die Filiale in Dieburg – der zweite endgültige Verlust im Landkreis seit 2021. Diese Entwicklungen wecken Besorgnis über die Zukunft der pharmazeutischen Versorgung, insbesondere in kleineren Gemeinden.

Dr. Nojan Nejatian, Inhaber der Heegbach-Apotheke in Erzhausen, betont die Bedeutung einer wohnortnahen medizinischen Infrastruktur. Gerade angesichts der alternden Bevölkerung sei der lokale Zugang unverzichtbar, so Nejatian. Eine plötzliche Apotheken-Schließung zwinge Anwohner:innen zu weiteren Wegen für grundlegende Medikamente – ein Szenario, das es unbedingt zu vermeiden gelte.

Erst kürzlich traf sich Nejatian mit Landrat Klaus Peter Schellhaas und Christel Sprößler, der Beauftragten für Soziales und Jugend. Schellhaas setzt sich seit Langem für eine barrierefreie Gesundheitsversorgung ein und hat zwei Medizinische Versorgungszentren (MVZ) ins Leben gerufen, die schnelle, persönliche Behandlungen ohne überflüssige Bürokratie bieten. Sprößler, SPD-Kandidatin für die Nachfolge Schellhaas', will diesen Kurs fortsetzen und bezeichnet die lokale medizinische Versorgung als "gesellschaftliche Pflicht".

Um das bestehende Apothekennetz zu stabilisieren, schlägt Nejatian vor, künftige MVZ systematisch mit Apotheken zu verknüpfen. Ohne solche Strukturen, warnt er, drohe das Fundament der lokalen Arzneimittelversorgung zu bröckeln.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Schließungen in Arheilgen und Dieburg offenbaren die Verwundbarkeit des Apothekennetzes im Landkreis. Pläne, Apotheken in zukünftige Versorgungszentren zu integrieren, sollen weitere Verluste verhindern. Einig sind sich Bürger:innen und Verantwortliche derweil darin: Die Gesundheitsversorgung vor Ort muss oberste Priorität bleiben.

Quelle