04 April 2026, 16:23

Bargeld verliert an Boden – doch ohne es droht Ausgrenzung vieler Menschen

Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen zeigt, die Familien Hunderte von Dollar monatlich kosten können.

Bargeld verliert an Boden – doch ohne es droht Ausgrenzung vieler Menschen

Bargeld bleibt in Deutschland ein verbreitetes Zahlungsmittel, doch seine Nutzung geht zurück. Eine Studie der Bundesbank aus dem Jahr 2023 zeigt, dass nur noch etwas mehr als die Hälfte aller alltäglichen Transaktionen mit Banknoten und Münzen abgewickelt werden – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu zwei Jahren zuvor. Gleichzeitig warnen Verbraucherschützer vor der zunehmenden Zahl von Zahlstellen, die Bargeld überhaupt nicht mehr akzeptieren.

Die aktuellen Zahlen belegen einen klaren Wandel im Zahlungsverhalten: 2021 wurde noch in 72 Prozent der Fälle bar bezahlt, 2023 waren es nur noch 51 Prozent. Trotz dieses Rückgangs ergab ein Test der Bundesbank, dass 98,7 Prozent der Einkäufe im Einzelhandel, in der Gastronomie und im Dienstleistungssektor weiterhin mit Bargeld möglich waren. Doch der Aufstieg der Selbstbedienungskassen verändert das Bild.

In ganz Deutschland gibt es etwa 710.000 klassische Kassen sowie 38.650 Selbstbedienungsterminals. Viele dieser automatisierten Geräte akzeptieren nur Karten oder digitale Zahlungsmittel – Bargeld ist hier keine Option. Zwar ermöglichen große Händler wie Kaufland an ihren Selbstbedienungskassen weiterhin Barzahlung, doch der allgemeine Trend bereitet Verbraucherschützern Sorgen. Sie fordern, dass Unternehmen eine Mindestanzahl an Zahlstellen mit Bargeldakzeptanz garantieren sollten, um eine Ausgrenzung zu verhindern.

Die Finanzexpertin Dorothea Mohn weist auf die Risiken hin, die mit einer eingeschränkten Bargeldakzeptanz einhergehen. Ohne diese Option könnten Menschen, die auf physisches Geld angewiesen sind – etwa weil sie kein Bankkonto besitzen oder keinen Zugang zu digitalen Zahlungsmitteln haben – Probleme bekommen, ihre Grundbedürfnisse zu decken. Verbraucherschützer drängen nun auf strengere Regelungen: Ausnahmen von der Bargeldpflicht müssten gesetzlich klar definiert, eng begrenzt und ausreichend begründet sein.

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Die Debatte um die Bargeldakzeptanz entfacht sich vor dem Hintergrund des wachsenden Trends zu digitalen Zahlungsmethoden. Immer mehr Kundinnen und Kunden schätzen die Bequemlichkeit von Karte oder Smartphone für den täglichen Einkauf. Angesichts Tausender Kassen, die Banknoten ablehnen, betonen Verbraucherschützer jedoch die Notwendigkeit von Schutzmechanismen, damit Bargeld für alle eine praktikable Option bleibt.

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