Berliner Kultursenatorin tritt nach Fördergeld-Skandal um Antisemitismus-Projekte zurück
José MartinBerliner Kultursenatorin tritt nach Fördergeld-Skandal um Antisemitismus-Projekte zurück
Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson tritt nach vernichtendem Prüfbericht zurück
Die Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson ist nach einem vernichtenden Bericht der städtischen Rechnungsprüfungsbehörde von ihrem Amt zurückgetreten. Die Untersuchung förderte zutage, dass Millionen an öffentlichen Geldern, die eigentlich für die Bekämpfung von Antisemitismus vorgesehen waren, rechtswidrig verteilt wurden. Unterdessen haben sich die politischen Spannungen verschärft, da Oppositionsvertreter die Handhabung des Skandals scharf kritisieren.
Die Erkenntnisse des Rechnungshofs deckten schwere Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Fördermitteln für Antisemitismus-Projekte auf. Als Reaktion darauf trat Wedl-Wilson zurück und übernahm die volle Verantwortung für das Fehlmanagement. Ihr Rückzug hat eine neue Runde politischer Streitigkeiten über die Frage der Rechenschaftspflicht ausgelöst.
Ottilie Klein, die Generalsekretärin der Berliner CDU, versuchte schnell, den regierenden Bürgermeister Kai Wegner von jeder Schuld freizusprechen. Sie wies Vorwürfe, Wegner trage eine Mitschuld, als "unbegründet" zurück. Klein lehnte auch die Kritik von Steffen Krach ab, dem Spitzenkandidaten der SPD, der zuvor in der Berliner Regierung tätig war, bevor er 2021 als Regierungspräsident nach Hannover wechselte.
Klein warf Krach vor, den Skandal für politische Zwecke auszunutzen, und bezeichnete seine Äußerungen als "Wahlkampfgeklapper" und ein "völlig durchsichtiges Manöver". Sie betonte, Krach habe keine Funktion mehr in der Landespolitik inne und vertrete nicht die Haltung der Koalition. Trotz des Streits bestritt Klein, dass es einen Bruch mit der SPD gebe, und rief alle Seiten dazu auf, sich wieder auf die Bekämpfung von Antisemitismus in der Stadt zu konzentrieren.
Gleichzeitig äußerte sie Anerkennung für Wedl-Wilsons Entscheidung und lobte sie als "herausragende Senatorin", der sie "großen Respekt" für ihren Rücktritt entgegenbringe. Klein unterstrich, wie wichtig es sei, sicherzustellen, dass die Mittel tatsächlich bei den gemeinnützigen Gruppen ankommen – statt in politischen Grabenkämpfen zu versinken.
Mit Wedl-Wilsons Rücktritt gerät die Berliner Regierung unter Druck, die Vergabeverfahren für Antisemitismus-Initiativen zu reformieren. Der Skandal hat zwar die Spannungen zwischen den Parteien offengelegt, doch betonen die Koalitionsspitzen, ihre Zusammenarbeit bleibe intakt. Angesichts der bevorstehenden Wahlen dürfte die Debatte über Finanzierung und Verantwortung jedoch weiter an Fahrt aufnehmen.






