Berührende Vater-Sohn-Fotos und kulturelle Neuanfänge im Ruhrgebiet
Ein bulgarischer Fotograf löst mit seiner berührenden Serie über Vater-Sohn-Beziehungen europaweit Diskussionen aus. Unterdessen sorgt die Ruhrregion in Deutschland mit neuen Kulturprojekten und persönlichen Meilensteinen für Schlagzeilen. Von einem lang ersehnten Zuhause für eine ehemalige Obdachlose bis hin zu einem künstlerischen Neuanfang am Jungen Schauspielhaus Bochum – die Region sprüht vor Wandel und Kreativität.
Valery Poshtarovs Fotoprojekt "Väter und Söhne", das er 2015 begann, führte ihn durch Bulgarien, Deutschland, Frankreich und Italien. Seine intimen Porträts zeigen Väter und erwachsene Söhne, die sich an den Händen halten – und damit sowohl tiefe Verbundenheit als auch generationenübergreifende Konflikte offenbaren. Die Serie stellt veraltete Männlichkeitsbilder infrage und wurde bereits in renommierten Medien wie dem Guardian und Der Spiegel vorgestellt. Galerien, Universitäten und Medienplattformen nutzen seine Arbeiten mittlerweile, um den Wandel männlicher Identitäten und Familiendynamiken im modernen Europa zu erkunden.
In Bochum hat Birgit nach fast vier Jahren ohne festen Wohnsitz endlich eine eigene Wohnung bezogen. Unterstützung erhielt sie von einer Übernachtungseinrichtung am Bochumer Hauptbahnhof – ein längst überfälliger Neuanfang. Unterdessen hat Thorsten Bihegue die Leitung des Jungen Schauspielhauses übernommen und löst damit Cathrin Rose für die neue Spielzeit ab.
Die in Gelsenkirchen geborene Larissa Sirah Herlen, besser bekannt als Lary, kehrte in ihre Heimat zurück, um bei der Eröffnungsvorstellung der Ruhrtriennale aufzutreten. Der Festivalstart fällt zusammen mit der Veröffentlichung von "DortmUnderground 1978–1998", einem Buch und einer Ausstellung, die Dortmunds wilde Punk- und Metalszene über zwei Jahrzehnte hinweg wiederaufleben lässt. Parallel dazu bringt Thomas Koch mit seiner seit sechs Jahren laufenden Veranstaltungsreihe Menschen für ungeschönte, ehrliche Gespräche zusammen.
Ein Hobby-Fußballteam in Castrop-Rauxel, zu dessen Mitgliedern auch TV-Moderator Micky Beisenherz zählt, hält seine wöchentlichen Spiele seit über 20 Jahren am Leben. Die langjährige Kameradschaft der Gruppe spiegelt dieselben Themen von Verbindung und Beständigkeit wider, die auch in Poshtarovs Fotografien zu sehen sind – nur eben auf dem Platz statt in Galerien.
Poshtarovs Werk hat die Debatte über Vaterschaft und Männlichkeit neu geprägt und erreicht längst ein Publikum weit über die Kunstszene hinaus. In der Ruhrregion zeigen kulturelle Umbrüche und persönliche Erfolge – von neuen Theaterleitungen bis hin zu einem hart erkämpften Zuhause – wie Gemeinschaften sich anpassen und gedeihen. Die Mischung aus bewährten Traditionen, wie dem Castrop-Rauxeler Fußballteam, und mutigen Neuprojekten macht die Region zu einem lebendigen Zentrum von Kreativität und Widerstandsfähigkeit.






