Bidirektionales Laden schadet E-Auto-Batterien weniger als befürchtet – neue Studie gibt Entwarnung
José MartinBidirektionales Laden schadet E-Auto-Batterien weniger als befürchtet – neue Studie gibt Entwarnung
Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass häufige Unterbrechungen des Ladevorgangs und bidirektionale Stromflüsse die Batterien von Elektroautos nicht spürbar schädigen. Experten der RWTH Aachen und des TÜV-Verbands haben untersucht, wie sich dynamische Tarife und Netzanforderungen auf die Lebensdauer der Akkus auswirken. Ihre Erkenntnisse geben Fahrern, die intelligente Ladesysteme nutzen, mehr Klarheit.
Florian Ringbeck von der RWTH Aachen bestätigte, dass das Unterbrechen und Neustarten von Ladevorgängen nur ein geringes Risiko für die Batteriegesundheit darstellt. Seine Forschung zeigt zudem, dass bidirektionales Laden – bei dem die Fahrzeugbatterie Strom zurück ins Netz speist – die Zellen nicht direkt beschädigt.
Robin Zalwert vom TÜV-Verband wies jedoch darauf hin, dass dynamische Stromtarife zu häufigeren Volladungen führen könnten. Diese Praxis könnte die Alterung der Batterie auf Dauer beschleunigen. Dennoch helfen Energiemanagementsysteme, indem sie die Ladezeiten automatisch an Preissignale anpassen und so unnötige Belastungen reduzieren.
Die Automobilhersteller verfolgen beim bidirektionalen Laden unterschiedliche Ansätze. Mercedes-Benz setzt auf eine sanfte Leistungsregelung statt auf starre Grenzen, um die Batterie zu schonen. BMW vertritt eine ähnliche Position, warnt aber, dass übermäßige Nutzung Auswirkungen auf die Garantie haben könnte. Volkswagen und Ford hingegen legen feste Obergrenzen für Energiemengen und Nutzungsdauer fest, um den Verschleiß zu begrenzen.
Auch die Netzbetreiber in Deutschland tragen zum Batterieschutz bei: Bei hoher Nachfrage können sie die Leistung von Wallboxen auf 4,2 Kilowatt drosseln, um Überhitzung zu vermeiden und die Lebensdauer der Akkus zu verlängern.
Die Studien zeigen, dass intelligentes Laden und bidirektionale Systeme bei verantwortungsvollem Einsatz nur moderate Auswirkungen auf die Batteriedegradation haben. Dynamische Tarife bieten Kostenvorteile, während gesteuerte Stromflüsse die Batteriegesundheit erhalten. Hersteller und Netzbetreiber arbeiten weiterhin daran, Effizienz und Langlebigkeit in Einklang zu bringen.






