Brandenburg an der Havel wird zum Standort für autonome Drohnenabwehrsysteme
José MartinBrandenburg an der Havel wird zum Standort für autonome Drohnenabwehrsysteme
Neues Joint Venture bringt autonome Drohnenabwehrsysteme nach Brandenburg an der Havel
Das US-israelische Unternehmen OAS und die Heidelberger Tochterfirma HD Advanced Technologies (HDAT) gründen ein gemeinsames Unternehmen, um die Technologie herzustellen und zu vertreiben. Das Vorhaben hat bereits Diskussionen unter lokalen Politikern und Anwohnern ausgelöst.
Ziel der Partnerschaft ist die Produktion und Lieferung von Drohnenabwehrsystemen im Werk der Heidelberger Druckmaschinen AG in Brandenburg an der Havel. Die Anlage fertigt seit 1991 Druckmaschinenkomponenten und beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiter. Zudem bietet sie Ausbildungsplätze in den Berufen Industriemechanik und Mechatronik an.
Die Muttergesellschaft von OAS, Ondas, verweist auf den wachsenden Bedarf, Europas kritische Infrastruktur und zivile Einrichtungen vor Drohnenangriffen zu schützen. Zunächst soll der Fokus auf dem Vertrieb der Systeme in Deutschland und der Ukraine liegen, bevor eine Expansion in andere EU-Länder folgt.
Die Reaktionen auf das Projekt fallen gemischt aus. Bürgermeister Daniel Keip unterstützt die Pläne und bezeichnet sie als Stärkung des industriellen Rufs der Stadt. Heidi Hauffe, Vorsitzende des lokalen BSW-Verbands, lehnt jedoch die Umstellung auf Rüstungsproduktion ab und warnt vor möglichen Risiken. Der Landtagsabgeordnete Andreas Kutsche kritisiert den Schritt ebenfalls und bezeichnet Investitionen in Militärtechnik als "totes Kapital".
Auch unter den Bürgern gibt es Bedenken. Dominik Mikhalkevich, der im nahegelegenen Stadtteil Hohenstücken lebt, verweist auf Jahrzehnte der Vernachlässigung seit 1990 und fordert stattdessen eine zivile Entwicklungsstrategie.
Das Joint Venture wird Brandenburg an der Havel zum Produktionsstandort für autonome Drohnenabwehrsysteme machen. Die bestehende Belegschaft und die Ausbildungsprogramme des Werks sollen den neuen Geschäftsbereich unterstützen. Gleichzeitig zeigt der lokale Widerstand die anhaltenden Spannungen über die wirtschaftliche Ausrichtung der Stadt auf.






