Bundesapothekerkammer will illegale Medikamenten-Rabatte stoppen – mit harten Strafen
Nikolaus FreudenbergerBundesapothekerkammer will illegale Medikamenten-Rabatte stoppen – mit harten Strafen
Die Bundesapothekerkammer (ABDA) fordert schärfere Regeln gegen illegale Rabatte auf verschreibungspflichtige Medikamente. Niederländische Versandapotheken bieten solche Preisnachlässe seit Jahren an – trotz der in Deutschland geltenden Festpreisregelungen. Nun drängt die ABDA auf höhere Strafen und eine konsequentere Durchsetzung, um diese Praxis zu stoppen.
Seit 2020 haben niederländische Online-Apotheken wie Shop-apotheek.nl und Drogist.nl ihre Rabattaktionen für deutsche Kunden ausgeweitet. Sie gewähren Bargeldrückerstattungen von 10 bis 20 Prozent oder kostenlose Produkte bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wie Tamoxifen oder Schmerzmitteln. Durch diese Angebote stiegen die Umsätze dieser Unternehmen um über 50 Prozent.
Deutsche Behörden sind bereits gegen die Praktiken vorgegangen: 2021 erhielt Shop-apotheek eine offizielle Abmahnung. Zwischen 2022 und 2023 verhängten sie Bußgelder von bis zu 100.000 Euro. 2023 wurden zudem über 20 Websites gesperrt, und in Zusammenarbeit mit der niederländischen Aufsichtsbehörde IGJ verhängte man 2024 vorübergehende Betriebsverbote. Dennoch halten die Rabattaktionen an.
Die ABDA schlägt nun ein neues rechtliches Rahmenwerk vor, das alle Rabatte, Boni oder Anreize für verschreibungspflichtige Medikamente explizit verbietet. Verstöße sollen mit Strafen von bis zu 300.000 Euro geahndet werden. Wiederholungstäter könnten zudem ihre Zulassung für die Belieferung von Versicherten verlieren, bis die Geldbußen beglichen sind. Die Apothekerkammer argumentiert, dass Festpreise einen fairen Zugang zu Medikamenten gewährleisten und Patienten schützen.
Laut dem Plan würde das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) die Einhaltung überwachen. Die Behörde, die bereits die Krankenkassen beaufsichtigt, wäre auch für Ermittlungen und Sanktionen zuständig. Die ABDA betont, dass einheitliche Arzneimittelpreise essenziell sind, um hohe Standards in der pharmazeutischen Versorgung aufrechtzuerhalten.
Die neuen Vorschläge zielen darauf ab, Schlupflöcher zu schließen, die es niederländischen Apotheken ermöglichen, die deutschen Preisvorschriften zu unterlaufen. Bei einer Genehmigung würden Bußgelder und Betriebsverbote für alle Unternehmen gelten, die illegale Rabatte anbieten. Zudem erhielten die Aufsichtsbehörden schärfere Instrumente, um Verstöße zu überwachen und zu ahnden.






