Der "Tag von Potsdam": Wie ein Händedruck die Weimarer Republik beendete
José MartinIn der Garnisonkirche: Gedenkfeier zum 'Tag von Potsdam' - Der "Tag von Potsdam": Wie ein Händedruck die Weimarer Republik beendete
Am 21. März 1933 wurde der "Tag von Potsdam" zu einem Wendepunkt der deutschen Geschichte. Die Veranstaltung in der Garnisonkirche markierte den Übergang von der Weimarer Republik zur nationalsozialistischen Diktatur. Ein Händedruck zwischen Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg an diesem Tag zählt bis heute zu den prägendsten Bildern der Epoche.
Der "Tag von Potsdam" war eine inszenierte Demonstration der Einheit zwischen der alten konservativen Elite und der aufstrebenden NS-Bewegung. Der kurz zuvor zum Reichskanzler ernannte Hitler traf sich mit Hindenburg in einer Zeremonie, die der neuen Regierung Legitimität verleihen sollte. Der Händedruck in der Garnisonkirche wurde fotografisch festgehalten und später zu einem mächtigen Propagandainstrument.
Die Kirche selbst wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ihre Ruinen blieben bis 1947 stehen, bis die sowjetischen Behörden ihre Beseitigung anordneten. Jahrzehnte später sorgten Pläne für einen Wiederaufbau der Kirche für Kontroversen – zu eng war sie mit der frühen Machtkonsolidierung des NS-Regimes verbunden.
Heute gilt der "Tag von Potsdam" weithin als Geburtsstunde des Dritten Reiches. Jährlich findet am historischen Ort eine Gedenkveranstaltung statt, die an die historische Tragweite dieses Tages erinnert. Kritiker warnen, dass ein Wiederaufbau der Kirche die Gefahr berge, eine mit Unterdrückung und Krieg verbundene Ära zu verherrlichen.
Die Garnisonkirche bleibt ein umstrittenes Symbol der deutschen Vergangenheit. Ihre Verbindung zum "Tag von Potsdam" macht sie zu einem Schlüsselmoment des nationalsozialistischen Machtantritts. Die jährlichen Gedenkfeiern unterstreichen bis heute die anhaltende Bedeutung dieses Ereignisses für die moderne Geschichte.






