Eltern in Northeim schlagen Alarm: Grundschulen am Limit durch Personalmangel und Gewalt
Nada BlochNormaler Unterricht kaum möglich? Kritik an der Regierung - Eltern in Northeim schlagen Alarm: Grundschulen am Limit durch Personalmangel und Gewalt
Eltern in Northeim haben dringende Bedenken wegen der sich verschlechternden Bedingungen an örtlichen Grundschulen geäußert. Sie beschreiben Klassenzimmer, die von Verhaltensproblemen, Sprachbarrieren und einem eklatanten Personalmangel überfordert sind. Das Kultusministerium hat die Probleme zwar eingeräumt, betont jedoch, dass die Lage in Northeim nicht schlechter sei als in anderen Regionen Niedersachsens.
Körperliche Auseinandersetzungen, Mobbing und Sachbeschädigungen gehören an Northeims Grundschulen inzwischen zum Alltag. Eltern berichten, dass viele Lehrkräfte Mühe hätten, die Ordnung aufrechtzuerhalten – einige bezeichnen die aktuellen Unterrichtsbedingungen als kaum noch machbar und fast schon ein Wunder. Ein zentrales Problem ist die steigende Zahl von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten sowie von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, die nur über geringe Deutschkenntnisse verfügen.
Das Kultusministerium gibt zu, dass es an qualifiziertem Personal fehle, darunter auch an Förderlehrkräften. Gleichzeitig verweisen die Verantwortlichen auf das Startchancen-Programm, das Schulen mit einem hohen Anteil an nicht muttersprachlichen Deutschlernenden zusätzliche Mittel zur Verfügung stellt. Die Schwierigkeiten in Northeim spiegelten demnach allgemeine Trends in ganz Niedersachsen wider, so die Behörde.
Die Eltern fordern mehr Ressourcen, darunter zusätzliche Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Einzelbetreuung für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Einige schlagen Teamteaching vor – also den gemeinsamen Unterricht durch zwei Lehrkräfte –, um die Belastung zu verringern. Das Ministerium versichert, die Sorgen sehr ernst zu nehmen, hat jedoch keine konkreten weiteren Maßnahmen angekündigt.
Wie viele Schulen in Niedersachsen derzeit am Startchancen-Programm teilnehmen und ob sich die Beteiligung seit 2023 verändert hat, blieb offen.
Das Kultusministerium hat den Personalmangel und die Verhaltensprobleme an Northeims Schulen anerkannt. Zwar gibt es über das Startchancen-Programm zusätzliche Fördergelder, doch die Eltern drängen weiter auf mehr Lehrkräfte und Unterstützungspersonal. Bisher wurden jedoch keine unmittelbaren Änderungen bei der Personalausstattung oder den finanziellen Mitteln bekannt gegeben.






