04 April 2026, 14:25

Franziska Erdle übernimmt ABDA-Präsidentschaft in turbulenter Reformphase

Außenansicht des "The Generics Pharmacy"-Ladens mit umliegenden städtischen Elementen unter einem klaren blauen Himmel.

Franziska Erdle übernimmt ABDA-Präsidentschaft in turbulenter Reformphase

Franziska Erdle hat am 1. Januar 2026 das Amt der Präsidentin der Bundesapothekerkammer (ABDA) übernommen. Die 53-Jährige kehrt nach einem einjährigen Sabbatical und ihrer vorherigen Tätigkeit als Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbands der Metall- und Elektroindustrie zurück. Ihre Amtszeit beginnt in einer Phase tiefgreifender Veränderungen der Apothekenregulierung, da die umstrittene Pharmareform nun in Kraft getreten ist.

Die Pharmareform wurde im November 2025 vom Bundestag und im Dezember 2025 vom Bundesrat verabschiedet. Zu den zentralen Maßnahmen gehören die verpflichtende Abgabe von Generika, strengere Kostendämpfungsvorgaben sowie die Einführung der E-Rezept-Pflicht. Kritiker, darunter auch die ABDA, warnen, dass die Reform die Existenz lokaler Apotheken bedroht, da sie die 30-Prozent-Ersparnisgrenze abschafft, den Substitutionsdruck erhöht und durch die Regeln zur elektronischen Patientenakte (ePA) zusätzlichen bürokratischen Aufwand schafft. Erdle bezeichnete die Änderungen als direkte Gefahr für die Patientenversorgung und die Zukunftsfähigkeit der Apotheken.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Erdles Kurs markiert einen Bruch mit ihrer Vorgängerin und setzt stärker auf politische Einflussnahme. Sie plant, durch direkte Gespräche mit Abgeordneten des Bundestags grundlegende Nachbesserungen der Reform durchzusetzen. Neben ihrer Lobbyarbeit will sie die ABDA modernisieren, die interne Kommunikation verbessern und im Deutschen Apothekerhaus KI-Werkzeuge einführen.

Der Verband wird zudem umstrukturiert und in 14 spezialisierte Einheiten gegliedert, um die Effizienz zu steigern. Claudia Korf wird Erdle als stellvertretende Geschäftsführerin unterstützen und die Umgestaltung mit zusätzlicher Führungskraft vorantreiben.

Die neue ABDA-Präsidentin steht vor unmittelbaren Herausforderungen, da die Pharmareform nun gilt. Ihre Pläne umfassen die politische Interessenvertretung für Kurskorrekturen, die Straffung der Verbandsstrukturen und die Einführung neuer Technologien. Der Erfolg dieser Vorhaben wird die Zukunft des deutschen Apothekenwesens maßgeblich prägen.

Quelle