Gasspeicher nur zu 20 Prozent gefüllt – Deutschland bangt um den Winter
Fatima TrubinOlaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Gasspeicher nur zu 20 Prozent gefüllt – Deutschland bangt um den Winter
Deutschlands Gasspeicher sind auf nur noch 20 Prozent gefüllt – halb so viel wie in den Vorjahren zu dieser Zeit. Der starke Rückgang ist auf hohe Nachfrage, milde Witterung, die die Wiederbefüllung verzögert, sowie gesunkene politische Vorgaben für die Speicherung zurückzuführen. Unterdessen hat Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies dringende Bedenken zur Energieversorgung des Landes im bevorstehenden Winter geäußert.
Die aktuelle Gasknappheit stellt Deutschland vor eine enorme Herausforderung. Um das Ziel von 70 Prozent Speicherfüllstand bis November zu erreichen, müssen die Betreiber etwa 125 Terawattstunden (TWh) einspeisen – bei heutigen Preisen ein Kostenaufwand von geschätzten 6,25 Milliarden Euro. Analysten schlagen zudem eine strategische Reserve von 78 TWh vor, um künftige Versorgungsengpässe abzufedern.
Lies fordert rasches Handeln, um die Energiezukunft Deutschlands zu sichern. Er unterstützt Pläne für ein drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven, das zunächst für Erdgas genutzt werden soll, später aber auf grünere Alternativen umstellbar ist. Der Ministerpräsident betont zudem die Notwendigkeit, die Importquellen zu diversifizieren: Gas soll vermehrt aus Norwegen und den Niederlanden bezogen werden, während gleichzeitig die heimische Förderung in der Nordsee ausgeweitet wird.
Kritik übt Lies an der erneuten Debatte über Atomkraft, die seiner Meinung nach sowohl bei der Bevölkerung als auch in der Wirtschaft für Verunsicherung sorge. Stattdessen setzt er sich für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien ein. Zudem fordert er die Mineralölkonzerne auf, gegen die stark gestiegenen Spritpreise vorzugehen, und erwartet Entlastung durch die Freigabe staatlicher Ölreserven.
Über die Speicherproblematik hinaus warnt Lies, dass die Spannungen mit dem Iran die Energiemärkte weiter destabilisieren könnten. Er besteht darauf, dass die Bundesregierung alle möglichen Maßnahmen prüfen muss, um eine Verschärfung der Krise in diesem Winter zu verhindern.
Deutschland steht nun unter Zeitdruck, seine Gasreserven vor dem Winter aufzufüllen. Die vorgeschlagenen Lösungen – LNG-Terminals, diversifizierte Importe und heimische Förderung – müssen zügig umgesetzt werden. Ohne entschlossenes Handeln drohen dem Land in den kommenden Monaten gravierende Versorgungsengpässe und anhaltende Preisschwankungen.






