Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wechsel
Fatima TrubinHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wechsel
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zu ihrer neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Schritt für die Zeitung. Sie wird das Amt am 1. Januar 2027 antreten und damit als erste Frau in die Chefredaktion des Blattes einziehen. Ihre Berufung unterstreicht die ideologische Neuausrichtung der FAZ in Richtung eines eher linksliberalen Kurses, eine Entwicklung, die Beobachter als „VerTAZung“ bezeichnen.
Bubrowski arbeitet seit 2013 für die FAZ, zunächst als politische Redakteurin und später als Berlin-Korrespondentin. Ihr Schwerpunkt lag auf der Rechtspolitik und der Berichterstattung über die Grünen. Durch ihre öffentlichen Auftritte – geprägt von souveränem Auftreten und fundiertem Fachwissen – hat sie ihren Ruf weiter gefestigt. 2022 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis für ihren Essay „Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttun würde“, was ihren Einfluss zusätzlich stärkte.
Die FAZ wird von einem Vierer-Gremium aus Mitverlegern geführt, die sich die Verantwortung teilen. Bubrowski stößt zu Carsten Knop und Jürgen Kaube, die beide als „Modernisierer“ gelten und die traditionell konservative Ausrichtung des Blattes umgestalten. Diese Wende begann nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014, als die Zeitung zunehmend progressivere Positionen bezog.
Mit nun drei von vier Mitverlegern, die dieser modernisierenden Linie folgen, scheint die Transformation der FAZ unumkehrbar. Bubrowskis wirtschaftsliberale, aber gesellschaftlich progressive Haltung passt in diese Richtung – eine Mischung aus klassischen Marktwerten und neuen politischen Perspektiven.
Ihre Beförderung festigt den Bruch der FAZ mit ihren konservativen Wurzeln. Als erste Mitverlegerin wird Bubrowski die redaktionelle Linie der Zeitung in einer Phase des Umbruchs mitprägen. Die bereits in der Berichterstattung sichtbare Neuausrichtung wird die Identität des Blattes auch in den kommenden Jahren weiter formen.






