Illegales Heizöl-Lager in Göttingen: Zoll deckt Steuerbetrug mit Rotöl auf
Nikolaus FreudenbergerAnonymer Hinweis führt Ermittler zu illegaler Tankstelle - Illegales Heizöl-Lager in Göttingen: Zoll deckt Steuerbetrug mit Rotöl auf
In Göttingen ist nach einem anonymen Hinweis ein illegales Kraftstofflager aufgedeckt worden. Zollfahnder stießen dabei auf ein Steuerhinterziehungsnetz, bei dem mit rotem Farbstoff markiertes Heizöl statt regulärem Diesel in Fahrzeugen verwendet wurde.
Die Beamten entdeckten vier Lagertanks mit einem Gesamtvolumen von 3.200 Litern, die jeweils zur Hälfte mit Heizöl gefüllt waren. Da das Öl mit einem roten Marker versehen war, durfte es ausschließlich zum Heizen – nicht jedoch als Kraftstoff für Fahrzeuge – genutzt werden. Untersuchungen an Privatfahrzeugen bestätigten, dass diese mit dem illegalen Heizöl statt mit herkömmlichem Diesel betrieben worden waren.
Am Standort in Bovenden wurden umgehend steuerstrafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Die Fahnder prüfen nun, wie viel Heizöl insgesamt bezogen wurde und ob Dritte damit beliefert wurden. Der bereits nachgewiesene Steuerausfall beläuft sich auf über 1.600 Euro.
Fälle von illegalem Kraftstoffumleitung haben in den letzten Jahren zugenommen, was auf strengere EU-Vorschriften und verbesserte Nachweismethoden zurückzuführen ist. Obwohl rot markiertes Heizöl (auch "Rotöl" genannt) in Deutschland nach wie vor ein gängiges Mittel zur Steuerumgehung bleibt, sind die Verurteilungen wegen solcher Delikte seit 2020 gestiegen.
Den Beteiligten drohen hohe Geldstrafen oder Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. Die Ermittlungen zur vollständigen Aufklärung des Ausmaßes der Machenschaften und weiterer steuerlicher Folgen laufen noch. Bisher liegen keine Angaben zu möglichen Festnahmen vor.






