10 March 2026, 10:21

Judith Hermanns neuer Roman enthüllt Familiengeheimnisse der Waffen-SS

Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Leipzig, Deutschland, das Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt.

Judith Hermanns neuer Roman enthüllt Familiengeheimnisse der Waffen-SS

Judith Hermanns neuer Roman "Ich möchte die Zeit zurückdrehen" erscheint Ende Februar im S. Fischer Verlag. Das Buch setzt sich mit der Rolle ihres Großvaters in der Waffen-SS während des Zweiten Weltkriegs auseinander und verbindet persönliche Familiengeschichte mit grundsätzlichen Fragen zur deutschen Erinnerungskultur und dem Schweigen der Nachkriegszeit.

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Die gefeierte Autorin wird den Roman auf der Leipziger Buchmesse am Freitag, dem 20. März 2026, um 12:30 Uhr vorstellen. Die Veranstaltung ist kostenlos, der Zutritt erfordert jedoch ein gültiges Messeticket.

Hermanns Großvater war in Radom, Polen, stationiert – einer Stadt, in der die nationalsozialistische Besatzung die jüdische Bevölkerung nahezu auslöschte. Vor dem Krieg lebten dort etwa 85.000 Jüdinnen und Juden; am Ende überlebten nur wenige Hundert die Ghettoisierung, Deportationen, Erschießungen und Seuchen. Zwar ist wenig über seine konkreten Handlungen bekannt, doch seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS verbindet ihn mit den Gewaltverbrechen jener Zeit.

Der Roman selbst ist eine Mischung aus Autobiografie und einer Auseinandersetzung damit, wie Deutschland seine Vergangenheit aufgearbeitet hat – oder sie verdrängt. Hermann, Trägerin des Kleist-Preises, des Friedrich-Hölderlin-Preises, des Bremer Literaturpreises und des Wilhelm-Raabe-Literaturpreises, zählt seit Langem zu den bedeutendsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur.

Ihr Auftritt auf der Leipziger Buchmesse findet in Halle 5, Stand G500, statt. Wer nicht vor Ort sein kann, hat die Möglichkeit, die Diskussion live auf YouTube zu verfolgen.

Die Veröffentlichung des Romans und Hermanns öffentliche Lesung fallen in eine Zeit intensiver Debatten über historische Verantwortung. "Ich möchte die Zeit zurückdrehen" bereichert diese Diskussion, indem es ein Familiengeheimnis mit dem größeren Erbe des Krieges verknüpft. Die Veranstaltung in Leipzig bietet Leserinnen und Lesern die Chance, sich direkt mit dem Werk der Autorin auseinanderzusetzen.

Quelle