22 March 2026, 08:24

Krankenkassen-Chefs kassieren Gehaltserhöhungen – trotz steigender Beiträge für Versicherte

Alte Werbetafel der Germania-Feuer-Versicherungsgesellschaft mit einer Frau in der Mitte und einem Text, der die Dienstleistungen beschreibt.

Krankenkassen-Chefs kassieren Gehaltserhöhungen – trotz steigender Beiträge für Versicherte

Führungskräfte mehrerer gesetzlicher Krankenkassen in Deutschland haben im Jahr 2024 deutliche Gehaltserhöhungen erhalten. Die Anpassungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die Versicherten mit höheren Beiträgen belastet werden und die Branche unter finanziellem Druck steht. Kritiker hinterfragen die Angemessenheit dieser Gehaltssteigerungen, insbesondere vor dem Hintergrund der Forderungen nach Kostensenkungen im gesamten Gesundheitswesen.

Bei der Handelskrankenkasse (HKK) stieg das Gehalt von Vorstandschef Michael Lempe um 21.419 Euro, sodass sich sein Jahresverdienst auf 287.104 Euro beläuft. Diese Erhöhung fiel zeitlich mit einer Beitragserhöhung für die Versicherten zusammen. Auch Dirk Harrer, der neue Vorstandsvorsitzende der BKK Firmus, verdiente mit 31.424 Euro mehr als sein Vorgänger.

Die Bahn-BKK erhöhte ebenfalls die Bezüge ihrer Führungskräfte, obwohl der Zusatzbeitrag auf 3,4 Prozent angehoben wurde. Vorstandschefin Christine Enenkel erhielt ein Grundgehalt von 195.000 Euro sowie eine Prämie in Höhe von 44.688 Euro. Ihr Vorgänger Hans-Jörg Gittler hatte im selben Jahr noch 185.000 Euro Gehalt und eine Prämie von 42.625 Euro bezogen.

Die AOK Niedersachsen gewährte ihren drei Top-Managern Boni zwischen 38.381 und 62.576 Euro – und das, obwohl der Zusatzbeitrag auf 2,7 Prozent erhöht worden war. Unterdessen sicherte sich Peter Kaetsch, Vorstandsvorsitzender der BIG direkt gesund, eine Gehaltserhöhung von 28.750 Euro, während sein Stellvertreter Markus Bäumler 24.050 Euro mehr erhielt.

Bei der AOK Baden-Württemberg stieg das Gehalt von Gordana Maršić auf 206.000 Euro, ergänzt durch eine Prämie von 6.938 Euro. Die Kasse hatte zuvor ihren Zusatzbeitrag auf 2,6 Prozent angehoben. Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, bezog ein Grundgehalt von 319.400 Euro sowie zusätzliche 121.241 Euro für ihre Altersvorsorge.

Diese Gehaltssteigerungen spiegeln einen branchenweiten Trend wider: Die Zusatzbeitragssätze der gesetzlichen Krankenkassen stiegen von durchschnittlich 2,5 Prozent im Jahr 2025 auf 2,9 Prozent im Jahr 2026. Trotz der angespannten Finanzlage erhalten Führungskräfte weiterhin hohe Gehälter, Boni und Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge.

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Die deutlichen Einkommenszuwächse für Krankenkassen-Vorstände stehen im Kontrast zu den steigenden Beiträgen für die Versicherten. Während die Branche von Leistungserbringern im Gesundheitswesen Einsparungen fordert, bleiben die weiterhin hohen Verdienste der Top-Manager ein Streitpunkt. Langfristige Daten zu den Gehaltsentwicklungen in diesen Positionen sind jedoch nicht öffentlich zugänglich und ermöglichen daher keinen Vergleich.

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