Lüneburgs Schulen vor dem Umbruch: Wie die Region ihre Bildung neu denkt
Nada BlochLüneburgs Schulen vor dem Umbruch: Wie die Region ihre Bildung neu denkt
Landkreis Lüneburg und die Hansestadt Lüneburg starten gemeinsame Initiative zur Neuausrichtung der weiterführenden Bildung
Der Landkreis Lüneburg und die Hansestadt Lüneburg haben eine gemeinsame Initiative gestartet, um die weiterführende Bildung in der Region neu zu gestalten. Ziel des Vorhabens ist die Erarbeitung eines Schulentwicklungsplans, der den künftigen Anforderungen an allgemeine weiterführende Schulen und berufliche Gymnasien gerecht wird. Den Auftakt bildete ein Workshop am 4. Februar 2026, an dem Pädagoginnen und Pädagogen, Politiker sowie Verwaltungsvertreter teilnahmen.
Beim ersten Treffen kamen Schulleitungen, politische Verantwortungsträger und Delegierte aus verschiedenen Gremien und Ausschüssen zusammen. Gemeinsam analysierten sie die zentralen Herausforderungen für die Schulen vor Ort. Die Daten zeigen einen kontinuierlichen Rückgang der Schülerzahlen an öffentlich finanzierten Gymnasien, insbesondere in den Jahrgangsstufen 5 bis 8. Zwischen den Schuljahren 2022/23 und 2025/26 sank die Zahl der angemeldeten Schülerinnen und Schüler von etwa 2.450 auf 2.260 – ein Minus von 5 bis 8 %. Als Hauptgrund wurde die sinkende Geburtenrate genannt.
Die Teilnehmer wiesen zudem auf eine ungleiche Nachfrage nach sonderpädagogischer Förderung sowie auf einen hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern hin, die Schulen außerhalb des Zuständigkeitsbereichs ihrer Kommune besuchen. Als mögliche Lösung schlagen sie eine engere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Schulen vor.
Grundlage des Projekts sind Daten, die von der Hansestadt, dem Landkreis und dem Beratungsunternehmen Paseo erhoben wurden. Nach dem Auftaktworkshop sind bis Herbst 2026 drei weitere Workshops geplant. Im Anschluss wird Paseo Handlungsempfehlungen erarbeiten, die Konsensfähigkeit, Praktikabilität und finanzielle Umsetzbarkeit in Einklang bringen.
Die finalen Vorschläge werden anschließend den politischen Spitzen der Hansestadt Lüneburg und des Landkreises Lüneburg zur Prüfung vorgelegt.
Der Schulentwicklungsplan zielt darauf ab, den Rückgang der Schülerzahlen und sich wandelnde Bildungsbedürfnisse zu bewältigen. Sobald die Empfehlungen vorliegen, sollen sie als Grundlage für künftige Entscheidungen zu Schulstrukturen und Ressourcen dienen. Bevor Änderungen umgesetzt werden, müssen die politischen Entscheidungsträger die Vorschläge abschließend bewerten.
Lüneburgs Bildungsinitiative nimmt mit neuen Konferenzen und Infrastrukturprojekten an Fahrt auf
Die Bildungswandel in Lüneburg hat mit zwei großen Entwicklungen beschleunigt:
- Die 1. Lüneburger Bildungskonferenz am 17. Februar 2026 stellte Pläne für den Ganztagsbetrieb an allen Grundschulen und die fortgesetzte Zusammenarbeit mit dem Landkreis vor.
- Eine 2. Schulkonferenz ist für den 19. März 2026 an der Leuphana Universität geplant, um das Stakeholder-Dialog über zukünftige Schulsysteme auszudehnen.
- Parallel dazu werden fünf Schulen im Jahr 2026 Infrastruktur-Upgrades erhalten, darunter neue Science Buildings und energetisch effiziente Renovierungen.





