11 March 2026, 16:21

Meyer Werft kämpft ums Überleben nach Pandemie-Einbruch und Produktionsstopp

Eine alte Postkarte aus den frühen 1900er-Jahren, die eine Ansicht von Hamburg, Deutschland, mit Schiffen im Wasser und einem Gebäude im Hintergrund zeigt und handgeschriebene Texte enthält.

Meyer Werft kämpft ums Überleben nach Pandemie-Einbruch und Produktionsstopp

Die Werft Meyer Werft in Deutschland steckt nach den durch COVID-19 verursachten Störungen bei den Kreuzfahrtschiff-Aufträgen in schweren finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen, das in diesem Jahr sein 225-jähriges Bestehen feiert, hat eine sechswöchige Produktionspause ab dem 20. Juli angekündigt. Geschäftsführer Bernard Meyer bezeichnete die Lage als "prekär", während das Traditionsunternehmen um sein Überleben kämpft.

Die Pandemie zwang Meyer Werft, zentrale Projekte zu verschieben – darunter das Kreuzfahrtschiff Iona für den britischen Reedereibetrieb P&O. Ursprünglich sollte das Schiff früher ausgeliefert werden, doch Lockdowns und Sicherheitsvorkehrungen verzögerten die Fertigstellung. Auch andere Kreuzfahrtgesellschaften sagten Aufträge ab oder schoben sie auf, sodass die Werft mit deutlich weniger Bestellungen dasteht.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Um die Kosten zu senken, erwägt das Unternehmen, seine 3.000 Mitarbeiter bis Ende 2020 in Kurzarbeit zu schicken. Zudem stehen noch 14 Millionen Euro an ausstehendem Urlaubsgeld aus, das nun erst später in diesem Jahr ausgezahlt werden soll. Gleichzeitig verhandelt Meyer Werft mit Kunden über angepasste Lieferfristen für drei unfertige Ozeandampfer.

Das Unternehmen hat einen Fünf-Jahres-Plan aufgelegt, um 1,2 Milliarden Euro einzusparen. Zudem beantragt es finanzielle Hilfen bei der Bundesregierung und dem Land Niedersachsen, um die Krise zu überstehen.

Trotz des Abschwungs zeigt die Kreuzfahrtbranche langsam Erholungstendenzen. Bis 2024 stieg die Passagierzahl auf 3,8 Millionen – das sind 5 Prozent mehr als vor der Pandemie im Jahr 2019. Große Reedereien melden starke Buchungen und höhere Preise, was Schiffbauern wie Meyer Werft Hoffnung gibt.

Die sechswöchige Produktionspause beginnt am 20. Juli, während das Unternehmen mit nachlassender Nachfrage zu kämpfen hat. Ob Meyer Werft langfristig überlebt, hängt nun von Kostensenkungen, staatlicher Unterstützung und einer allmählichen Erholung der Auftragslage ab. Ohne neue Verträge bleibt die Zukunft des Traditionsbetriebs ungewiss.

Quelle