27 April 2026, 14:29

Neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in deutsche Klassenzimmer

Ein hoher Monument mit einer Uhr darauf, mit Text beschriftet, steht in einem Park umgeben von Bäumen und Gebäuden unter einem klaren Himmel, zum Gedenken an den 24. Jahrestag des Völkermords in Armenien.

Neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in deutsche Klassenzimmer

In diesem Jahr jährt sich der Völkermord an den Armeniern zum 111. Mal – ein Verbrechen, dem unter dem Osmanischen Reich etwa 1,5 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Trotz der historischen Bedeutung wird das Thema in deutschen Klassenzimmern oft ausgeklammert, sei es wegen überfüllter Lehrpläne oder fehlender Materialien. Nun soll ein neuer Roman Schülern den Zugang zu diesem schwierigen Kapitel der Geschichte auf anschauliche Weise eröffnen.

2016 beschloss der Deutsche Bundestag eine Resolution, die fordert, den Völkermord an den Armeniern im Schulunterricht zu thematisieren. Doch viele Lehrkräfte lassen das Thema nach wie vor aus – mit Verweis auf überladene Stundenpläne, Zeitmangel und unzureichende Unterrichtsmaterialien. Die eigene Rolle Deutschlands, das das Osmanische Reich politisch und militärisch unterstützte, macht die Auseinandersetzung mit dem Thema zusätzlich komplex.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Reclam Verlag hat nun Auf der Straße haben wir andere Namen von Laura Cwiertnia als Pflichtlektüre für Schulen veröffentlicht. Der Roman behandelt Themen wie Völkermord, Überleben und Diskriminierung und bietet Schülern einen emotionalen Zugang zu der Thematik. Die Literaturwissenschaftlerin Swantje Ehlers steuerte Hintergrundinformationen und Analysen bei, um Lehrkräfte bei der Gestaltung von Unterrichtsgesprächen zu unterstützen.

Die Handlung folgt Figuren, die von Gewalt, Konflikten und Migration geprägt sind, und spannt so einen Bogen von historischen Ereignissen zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Pädagogen erhoffen sich, dass der Roman das Thema greifbarer macht und zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit einem Geschichtskapitel anregt, das im Unterricht oft zu kurz kommt.

Die Aufnahme des Buches in die Schulcurricula ist Teil einer größeren Initiative, die dafür sorgen soll, dass der Völkermord an den Armeniern nicht in Vergessenheit gerät. Angesichts der historischen Verstrickung Deutschlands in die Ereignisse bietet der Roman Schülern die Möglichkeit, sich emotional mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Schulen erhalten damit ein neues Werkzeug, um ein lange vernachlässigtes Thema im Unterricht aufzugreifen.

Quelle