Neues Gesetz: Apotheken sollen mehr Verantwortung in Vorsorge und Früherkennung übernehmen
Nada BlochNeues Gesetz: Apotheken sollen mehr Verantwortung in Vorsorge und Früherkennung übernehmen
Apotheken sollen künftig stärker in Krankheitsvorsorge und Früherkennung eingebunden werden – das sieht ein neues Gesetz vor. Das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) zielt darauf ab, ihre Aufgaben auszuweiten. Doch der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) äußert Bedenken gegen einige der geplanten Änderungen.
Seit 2020 ist die Nachfrage nach pharmazeutischen Dienstleistungen – etwa Beratungen, Impfungen und Medikamentenmanagement – um 15 bis 20 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg geht auf Digitalisierungsmaßnahmen, COVID-19-Bekämpfungsstrategien und staatliche Anreize zurück, wie Daten der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und des Bundesgesundheitsministeriums bis 2025 zeigen.
Grundsätzlich begrüßt der PKV-Verband das Ziel, Apothekerinnen und Apotheker als Gesundheitsdienstleister zu stärken. Positiv bewertet werden Pläne für einen besseren Impfzugang sowie der Vorschlag, in Notfällen einmalig verschreibungspflichtige Langzeitmedikamente ohne Rezept abzugeben. Bei der Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel in dringenden Fällen zeigt sich der Verband jedoch zurückhaltend.
Die Vereinigung argumentiert, dass vor der gesetzlichen Verankerung pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL) deren Wirksamkeit gründlich geprüft werden müsse. Zudem stellt sie infrage, ob Beratungen zu verhaltensbedingten Risikofaktoren messbare Vorteile für Patientinnen und Patienten bringen. Bei der Preisgestaltung pocht der PKV-Verband darauf, in Verhandlungen über Rezepturarzneimittel einbezogen zu werden.
Finanziell fordert der Verband ein neues Fördersystem für pharmazeutische Dienstleistungen. Zudem sollen gesetzliche Änderungen individuell abgerechnete Leistungen für privatversicherte Patientinnen und Patienten ermöglichen. Zwar lobt der PKV-Verband die geplanten Regelungen zur Preisgestaltung bei Rezepturen, betont aber, dass weitere Anpassungen nötig seien, um faire und transparente Kosten zu gewährleisten.
Das geplante Gesetz würde Apotheken eine aktivere Rolle im Gesundheitswesen zuweisen. Die Vorbehalte des PKV-Verbands unterstreichen jedoch, wie wichtig eine sorgfältige Evaluation und klare Finanzierungsmodelle sind. Die Diskussion dauert an, während Politiker und Versicherer versuchen, erweiterte Leistungen mit Patientensicherheit und Kostengerechtigkeit in Einklang zu bringen.






