Newroz in Berlin: Tradition und Widerstand vereint in farbenfrohen Feiern
Nada BlochNewroz in Berlin: Tradition und Widerstand vereint in farbenfrohen Feiern
Berlin bereitet sich auf die Newroz-Feiern vor – ein Fest zwischen Tradition und Widerstand
Berlin steht kurz davor, Newroz, das uralte Frühlingsfest, mit einer Reihe kultureller Veranstaltungen in der gesamten Stadt zu feiern. Erstmals werden renommierte Veranstaltungsorte wie das Humboldt Forum und das Haus der Kulturen der Welt die Feierlichkeiten ausrichten und dabei Bräuche der kurdischen, iranischen, afghanischen und zentralasiatischen Gemeinschaften in den Mittelpunkt stellen. Das Fest findet zu einer Zeit statt, in der Newroz in Ländern wie dem Iran und Afghanistan weiterhin verboten ist – was diese Zusammenkünfte zugleich zu einer Feier und einem Akt des Widerstands macht.
Das Humboldt Forum veranstaltet Newroz in diesem Jahr als "interkulturelles Familienfest" unter seinem Jahresmotto "Beziehungen: Familie". In Zusammenarbeit mit sieben Berliner Vereinen werden traditionelle Aktivitäten wie Drachenbau, Eierbemalen und Tanzaufführungen angeboten. Besucher können zudem klassische Musik ebenso wie kurdischen Rock erleben – ein Spiegel der vielfältigen Wurzeln des Festes.
Im Haus der Kulturen der Welt hat Kuratorin Ava Irandoost die diesjährigen Newroz-Feierlichkeiten ganz der persischen Kultur und weiblichen Künstlerinnen gewidmet. Irandoost sieht das Fest als Ausdruck von Widerstand, insbesondere angesichts der fast 50-jährigen Unterdrückung durch das iranische Regime. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Nowruz zwischen Schmerz und Hoffnung: Iranische und afghanische Perspektiven" wird erkunden, wie Menschen das Fest unter Repression begehen.
Weitere Veranstaltungen finden im Gorki Theater, auf dem Oranienplatz und am Waterloo Ufer 7 statt, wo sich die kurdische Gemeinschaft am Freitag zu Musik und Tanz versammelt. Obwohl Newroz in zwölf Ländern – darunter Afghanistan, der Iran und die Türkei – offiziell anerkannt ist, wurde es immer wieder verboten, insbesondere unter den Taliban und der iranischen Regierung seit 1979. Seine zoroastrischen Ursprünge stehen im Widerspruch zu strengen islamistischen Vorschriften, was öffentliche Feiern in diesen Regionen unmöglich macht.
Trotz dieser Einschränkungen sollen Berlins Veranstaltungen den Geist des Festes lebendig halten und einen Raum für kulturellen Ausdruck und Solidarität bieten.
Die Feierlichkeiten in Berlin erstrecken sich über mehrere Veranstaltungsorte und verbinden Tradition mit zeitgenössischem Widerstand. Durch Musik, Kunst und Diskussionen unterstreichen die Events die anhaltende Bedeutung von Newroz – selbst an Orten, an denen es verboten bleibt. Die Organisatoren hoffen, dass das Fest die Verbindung zwischen den Gemeinschaften stärkt und gleichzeitig seine tiefen kulturellen Wurzeln ehrt.






