Niedersachsen: Weniger Kriminalität, aber Rekord bei Messerangriffen führt zu Waffenverbot
Nada BlochWeniger Straftaten, aber mehr Messerangriffe - Niedersachsen: Weniger Kriminalität, aber Rekord bei Messerangriffen führt zu Waffenverbot
Niedersachsen verzeichnet zweiten Rückgang der Kriminalität in Folge – Messerangriffe erreichen jedoch Rekordhoch
Niedersachsen hat im zweiten Jahr in Folge einen Rückgang der Gesamtkriminalität verzeichnet: 2025 wurden 506.634 Straftaten registriert. Ein Grund für den Rückgang ist die Entkriminalisierung von Cannabis, wodurch 5.572 Delikte weniger verzeichnet wurden. Gleichzeitig erreichten Messerangriffe jedoch einen neuen Höchststand – als Reaktion verhängte das Land ein landesweites Waffenverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Kriminalitätsrate sank 2025 um 4,28 Prozent und markiert damit den zweiten Rückgang in Folge. Die Legalisierung von Cannabis trug maßgeblich dazu bei, dass 5.572 Straftaten weniger gemeldet wurden. Innenministerin Daniela Behrens warnte jedoch, dass der Rückgang nicht zwingend die Realität widerspiegele: Die Nachfrage nach Cannabis übersteige weiterhin das legale Angebot.
Die Messerangriffe stiegen indes um 4,26 Prozent auf 3.185 Fälle – der höchste je verzeichnete Wert. Die meisten Vorfälle (1.739 oder 54,6 Prozent) betrafen Bedrohungen. Schwere und gefährliche Körperverletzungen mit Messern gingen hingegen um 112 auf 766 Fälle zurück.
Als Konsequenz erließ das Innenministerium ein Verbot, Waffen und Messer in allen geschlossenen Bereichen des öffentlichen Verkehrs mitzuführen. Betroffen sind Busse, Züge, Fähren, Bahnsteige und Unterführungen. Behrens betonte, die Maßnahme diene der Verbesserung der Sicherheit, und zeigte sich zuversichtlich, dass Niedersachsen künftig zu den sichersten Bundesländern Deutschlands zählen werde.
Während die Kriminalität insgesamt sinkt, steigen die Messerangriffe – und das neue Waffenverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln tritt nun in Kraft. Zwar gingen die Cannabis-Delikte zurück, doch die Versorgungsengpässe bleiben bestehen. Ob Niedersachsen seine Sicherheitsbilanz halten kann, wird davon abhängen, wie sich die Maßnahmen im kommenden Jahr auswirken.