Nouripour kritisiert Deutschlands zögerliche Iran-Politik in der Hormus-Krise
Nada BlochNouripour kritisiert Deutschlands zögerliche Iran-Politik in der Hormus-Krise
Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags und außenpolitischer Experte der Grünen, hat Deutschlands Umgang mit dem Iran scharf kritisiert. Er wirft der aktuellen Strategie vor, das Land lediglich in eine reaktive Haltung zu drängen, statt selbst gestaltend auf die Entwicklungen einzuwirken. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit eskalierender Spannungen in der Straße von Hormus, wo der Iran gezielt zivile Frachtschiffe angegriffen hat.
Nouripour bezeichnete die Lage in der Straße von Hormus als inakzeptabel und verwies auf die wiederholten Angriffe auf Handelsschiffe. Er warnte, die aggressive Vorgehensweise Teherans könnte auf eine Rückkehr zu offener Konfrontation hindeuten – besonders, da es derzeit keine formelle Waffenruhe gebe.
Der Grünen-Politiker warf Außenminister Johann Wadephul (CDU) zudem vor, es an entscheidungsfreudigem Handeln fehlen zu lassen. Nach Nouripours Einschätzung geht das iranische Regime nun gestärkt in Verhandlungen, nachdem es Jahre des Drucks überstanden habe. Diese wahrgenommene Stärke ermutige Teheran zu weiteren provokativen Schritten.
Als Gegenmaßnahme forderte Nouripour die europäischen Staaten, die am stärksten von Irans Verhalten betroffen sind, zu eigenständigen Initiativen auf. Statt auf umfassende Abkommen zu warten, sollten diese Länder eigene diplomatische Lösungen am Verhandlungstisch vorantreiben, so seine Argumentation.
Nouripours Kritik unterstreicht eine wachsende Unzufriedenheit mit Deutschlands passiver Rolle in der Iran-Politik. Sein Appell an ein direktes europäisches Handeln spiegelt die Sorge wider, dass Untätigkeit die regionale Instabilität weiter verschärfen könnte. Wie Berlin und seine Partner als Nächstes agieren werden, bleibt vorerst offen.






