Reform der Apothekenversorgung: Höhere Honorare und neue Dienstleistungen geplant
José MartinReform der Apothekenversorgung: Höhere Honorare und neue Dienstleistungen geplant
Die deutsche Bundesregierung hat einen umfassenden Reformentwurf vorgelegt, der die Modernisierung der Apothekenversorgung zum Ziel hat. Unter der Führung von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) weitreichende Änderungen vor – darunter höhere Gebühren, erweiterte Dienstleistungen und neue Regelungen für Filialapotheken. Doch zentrale Punkte wie das feste Apothekenhonorar und der digitale Zugriff auf Patientendaten müssen in den kommenden Wochen noch mit den Koalitionspartnern verhandelt werden.
Der Gesetzentwurf enthält mehrere Kernmaßnahmen: Die feste Vergütung für Apotheken steigt von 8,35 Euro auf 9,50 Euro pro Medikamentenpackung. Zudem dürfen Apotheker künftig Impfungen durchführen, präventive Gesundheitsleistungen anbieten und bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente bei chronischen Erkrankungen ohne ärztliches Rezept abgeben. Darüber hinaus wird die Eröffnung von Filialapotheken in unterversorgten Regionen erleichtert, und zwei Personen dürfen künftig gemeinsam eine Filiale leiten.
Die CDU-Abgeordnete Simone Borchardt betonte, dass nun die Feinabstimmung des Gesetzes im parlamentarischen Prozess im Mittelpunkt stehe. Ein dringendes Anliegen sei der volle Lese- und Schreibzugriff von Apothekern auf die elektronische Patientenakte (ePA), um gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten zu vermeiden. Ungeklärt bleibt zudem die Vertretung der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA), die im aktuellen Entwurf keine Berücksichtigung findet.
In der nächsten Woche stehen weitere Verhandlungspunkte auf der Agenda, darunter die Null-Retaxationsregelung – sie soll Apotheker vor finanziellen Risiken schützen – sowie die Eindämmung des Medikamentenverkaufs durch Drogerieketten. Borchardt warnte zudem davor, Versand- oder ausländischen Online-Apotheken mehr Spielraum zu gewähren. Rabattierungen und die Digitalisierung werden ebenfalls eine zentrale Rolle in den Gesprächen spielen, konkrete Änderungen stehen jedoch noch aus.
Mit dem ApoVWG soll die Apothekenlandschaft durch höhere Vergütungen, erweiterte Angebote und klarere Vorschriften neu gestaltet werden. Doch entscheidende Fragen wie die genaue Definition des Festhonorars, der digitale Aktenzugriff und die PTA-Vertretung harren noch der Lösung. Die endgültigen Beschlüsse hängen von den anstehenden Koalitionsverhandlungen ab, die nächste Woche beginnen sollen.






