Schleuserbande aus Hannover zu Haftstrafen wegen lebensgefährlicher Migration verurteilt
Schleuserbande aus Hannover zu Haftstrafen wegen lebensgefährlicher Migration verurteilt
Ein deutsches Gericht hat sechs Mitglieder einer Schleuserbande nach umfangreichen Ermittlungen zu Haftstrafen verurteilt. Das Landgericht Hannover verhängte Strafen zwischen einem und acht Jahren wegen ihrer Beteiligung an der Beförderung von Migrantinnen und Migranten unter lebensgefährlichen Bedingungen.
Der Anführer der Bande erhielt die höchste Strafe, während andere Mitglieder wegen der Anwerbung von Fahrern, der Beschaffung von Fahrzeugen und logistischer Unterstützung verurteilt wurden.
Die Ermittlungen begannen im November 2023 unter Leitung der Bundespolizei, Ermittlungsdienst Rostock. Die Behörden deckten ein Netzwerk in der Region Hannover auf, in dem Migranten ohne Nahrung, Wasser oder sanitäre Einrichtungen in Fahrzeuge gezwängt wurden.
Im Januar 2025 fanden koordinierte Razzien in fünf Bundesländern statt. Dabei wurden fünf irakische Tatverdächtige im Alter von 25 bis 41 Jahren festgenommen.
Das Gericht stellte fest, dass die Bande bis zu 37 Personen gleichzeitig unter lebensbedrohlichen Umständen transportierte. Der Anführer, der die Operationen koordinierte und Weisungen von größeren Schleusernetzwerken erhielt, wurde zu acht Jahren Haft verurteilt.
Zwei weitere Mitglieder erhielten sechs Jahre beziehungsweise vier Jahre und vier Monate Haft für die Anwerbung von Fahrern und die Beschaffung von Fahrzeugen. Ein vierter Komplize, der an den Schleusungsfahrten teilnahm und Anweisungen erteilte, wurde zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Betreiber einer Shisha-Bar in Hannover, die als Treffpunkt der Bande diente, erhielt eine dreijährige Haftstrafe.
Das Urteil ist für einen Angeklagten bereits rechtskräftig, während die anderen gegen ihre Strafen Berufung eingelegt haben.
Der Fall zeigt die extremen Gefahren auf, denen Migranten bei der Schleusung in überfüllten Fahrzeugen ausgesetzt sind. Die Verurteilten müssen ihre Haftstrafen antreten, wobei der Anführer die höchste Strafe erhielt.
Die Behörden beobachten die Lage weiterhin, doch über weitere Festnahmen hinaus der sechs Verurteilten liegt bisher keine Bestätigung vor.
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