18 March 2026, 04:21

Schweitzer fordert von Merz mehr Einsatz für die kriselnde Chemieindustrie in Deutschland

Balkendiagramm, das die europäischen Kunststoffmarkttrends im Jahr 2017 veranschaulicht und von begleitendem Text erklärt wird.

Schweitzer fordert mehr Engagement von Merz für chemischen Dialog - Schweitzer fordert von Merz mehr Einsatz für die kriselnde Chemieindustrie in Deutschland

Rheinland-Pfalz' Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat Bundeskanzler Friedrich Merz aufgefordert, stärkeren Einsatz für die kriselnde deutsche Chemieindustrie zu zeigen. In einem scharf formulierten Schreiben kritisierte Schweitzer Verzögerungen bei zentralen Vorhaben, darunter die Industrie-Strompreispolitik und die stockende Chemie-Dialog-Initiative der Bundesregierung.

Der Appell Schweitzers erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Branchenvertreter vor massivem Druck durch gestörte Lieferketten und stark steigende Rohstoffkosten warnen – besonders bei Baustoffen.

Im Mittelpunkt von Schweitzers Unmut steht die zögerliche Umsetzung der Koalitionsvereinbarung durch die Bundesregierung. Diese hatte Deutschland als führenden Standort für Chemie, Pharmazie und Biotechnologie in Europa positionieren sollen. Doch der Chemie-Dialog, ein zentrales Projekt für den Sektor, sei laut Schweitzer kaum vorangekommen.

Der Ministerpräsident richtete seine Kritik auch gegen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, deren verzögerte Reaktion auf die explodierenden Spritpreise er bemängelte. Pendler und kleine Unternehmen hätten die Folgen der Untätigkeit bereits "zu einem empörend hohen Preis" zu spüren bekommen, so Schweitzer. Seine Vorwürfe erstreckten sich zudem auf die Energiepolitik, wo zwar innerhalb der Regierung längst Einigkeit herrsche, die Umsetzung aber weiter auf sich warte.

Vertreter der Industrie unterstützten Schweitzers Bedenken und verwiesen auf den Iran-Konflikt als Hauptgrund für die anhaltenden Lieferkettenstörungen. Zusammen mit den drastisch gestiegenen Rohstoffpreisen belasten diese Herausforderungen Branchen wie die Baustoffindustrie zusätzlich – und verschärfen die ohnehin angespannte Lage vieler Unternehmen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.

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Mit seinem Schreiben erhöht Schweitzer den Druck auf Kanzler Merz, die Hilfen für die Chemieindustrie zu beschleunigen. Der Ruf nach entschlossenem Handeln folgt auf monatelange Verzögerungen sowohl bei der Reform der Energiepreise als auch beim Chemie-Dialog. Ohne schnelle Gegenmaßnahmen, warnen Branchenexperten, könnte Deutschlands Rolle als zentraler Akteur in der europäischen Chemie- und Biotech-Branche weiter schwinden.

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