SWB-Chef Olaf Hermes tritt nach Hangelar-Skandal überraschend zurück
Fatima TrubinSWB-Chef Olaf Hermes tritt nach Hangelar-Skandal überraschend zurück
Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke (SWB), hat seinen Rücktritt bekanntgegeben – mitten in einem anhaltenden Immobilienskandal. Im Mittelpunkt der Affäre stehen Vorwürfe politischer Einflussnahme bei einem Grundstücksgeschäft auf dem Gelände des Flugplatzes Hangelar. Hermes selbst hatte die Unregelmäßigkeiten bereits im Dezember vergangenen Jahres aufgedeckt.
Der Skandal war eskaliert, als Hermes öffentlich machte, dass lokale Politiker versucht hätten, das kommunale Unternehmen von der Übernahme des Hangelar-Geländes abzubringen. Obwohl er die Vorgänge ans Licht brachte, deuten aktuelle Ermittlungen nun darauf hin, dass die Interessen eines Bonner Busunternehmers und großen CDU-Spenders eine Rolle gespielt haben könnten.
Der Aufsichtsrat der Bonner Stadtwerke hat Hermes öffentlich die Rückendeckung ausgesprochen und betont, man vertraue ihm und der gesamten Führungsebene. Daniel Rutte, Aufsichtsratsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen, erklärte, Hermes habe "nichts falsch gemacht" – während die eigentlichen Verantwortlichen für die Fehler weiterhin in ihren Ämtern blieben.
Hermes, der das Unternehmen seit 2022 leitet, bestätigte, bis zum Sommer zurückzutreten. Eine Kehrtwende gebe es nicht, seine Entscheidung stehe fest. Sein Abschied fällt in eine Phase, in der die SWB große Investitionen in die Bonner Wärme- und VerkehrsWende plant – gleichzeitig aber auch Einsparungen im ÖPNV vornehmen muss.
Ein vertraulicher Bericht über die mutmaßliche Einflussnahme soll der Staatsanwaltschaft vorgelegt werden. Stand März 2026 haben die Ermittler jedoch noch keine konkreten weiteren Schritte bekannt gegeben.
Hermes' Rücktritt folgt auf monatelange Untersuchungen zum Hangelar-Deal. Nun steht das Versorgungsunternehmen vor der Herausforderung, wichtige Infrastrukturprojekte voranzutreiben, während die Ermittlungen weiterlaufen. Bisher wurden von den Behörden weder Anklagen erhoben noch weitere Maßnahmen eingeleitet.






