Trumps Außenpolitik spaltet Europa: Warum Diplomaten jetzt Alarm schlagen
Fatima TrubinTrumps Außenpolitik spaltet Europa: Warum Diplomaten jetzt Alarm schlagen
Die früheren Berater Christoph Heusgen und Philip Murphy haben die Außenpolitik von Donald Trump scharf kritisiert. In einer aktuellen Analyse argumentieren sie, dass sein Kurs Europa eher als Gegner denn als Verbündeten behandle. Ihre Warnungen kommen zu einer Zeit wachsender Spannungen in den Bereichen Handel, NATO-Verpflichtungen und Reformen der globalen Governance.
Heusgen und Murphy verweisen auf Trumps unberechenbare Schritte, darunter die Drohung, Grönland annektieren zu wollen, sowie seine wiederholten Infragestellungen der US-Unterstützung für die NATO. Solche Vorstöße wären unter früheren Präsidenten undenkbar gewesen. Zudem weisen sie auf die wachsende Unzufriedenheit in der US-Bevölkerung hin, die mit höheren Spritpreisen und Widerstand gegen verschärfte Einwanderungspolitik konfrontiert ist.
Die beiden Diplomaten warnen, dass einseitiges Handeln historisch stets in Katastrophen gemündet habe. Stattdessen schlagen sie eine gemeinsame deutsch-amerikanische Initiative zur Reform des UN-Sicherheitsrats vor. Ihr Plan sieht einen Wechsel von permanenten Sitzen – wie dem von Deutschland lang ersehnten Platz – hin zu einem flexibleren, halbpermanenten Modell vor.
Über die Außenpolitik hinaus werfen die Autoren Trump vor, die demokratischen Kontrollmechanismen ausgehöhlt zu haben. Sie nennen Druck auf die Justiz, die Marginalisierung des Kongresses und die Besetzung Schlüsselpositionen in Bundesbehörden mit Gefolgsleuten. Trotz dieser Herausforderungen bleiben sie optimistisch, dass die Demokraten bei den Midterm-Wahlen 2022 die Mehrheit im Repräsentantenhaus und möglicherweise auch im Senat zurückgewinnen könnten.
Ein Sieg der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2024, so ihre Argumentation, könnte die transatlantischen Beziehungen neu justieren. Die Zusammenarbeit mit der EU in Handelsfragen und globalen Themen könnte dann wieder Priorität erhalten.
Die Analyse ruft beide Nationen dazu auf, das „Recht des Stärkeren“ abzulehnen und stattdessen internationale Regeln zu stärken. Heusgen und Murphy sind überzeugt, dass eine Rückkehr zum Multilateralismus den langfristigen Interessen besser diene als Konfrontation. Ihr Reformaufruf spiegelt die breiteren Sorgen um die Stabilität globaler Bündnisse unter Trumps Führung wider.






