18 March 2026, 18:23

Vermilion Energy baut Gasförderung im Heidekreis aus – ohne Rücksprache mit der Region

Gruppe von Menschen, die auf einer Straße protestieren und ein "Stoppt Gas"-Schild gegen die Europäische Union halten, mit Gebäuden, Bäumen und Verkehrszeichen im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Vermilion Energy baut Gasförderung im Heidekreis aus – ohne Rücksprache mit der Region

Vermilion Energy erweitert Gasförderung im Heidekreis – lokale Empörung über mangelnde Einbindung

Der kanadische Energiekonzern Vermilion Energy baut seine Gasexploration im Heidekreis aus und stößt damit auf wachsende Verärgerung in der Region. Ohne vorherige Absprache mit kommunalen Vertretern treibt das Unternehmen Pläne nahe dem Gasfeld Wisselshorst in Kroge voran. Anwohner und lokale Politiker sehen sich nun mit der Aussicht auf eine verstärkte industrielle Nutzung in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten konfrontiert – zwei neue Erkundungsbohrungen sind bereits für 2027 vorgesehen.

Die Gasförderung hat im Heidekreis eine über 50-jährige Tradition. Vermilion betreibt derzeit zwei Bohrungen in Wietzendorf und bereitet eine dritte in Kroge vor. Der jüngste Ausbau konzentriert sich auf das Feld Wisselshorst, wo geologische Gutachten auf bis zu 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas unter der Erde hindeuten. Eine neue Bohrung, Wisselshorst Z1a, wurde Ende 2024 niedergebracht, getestet und bis September 2025 an das Netz angeschlossen. Die Förderung soll im Sommer 2026 beginnen.

Doch die überraschende Ankündigung des Unternehmens, bis 2027 zwei weitere Erkundungsbohrungen vorzunehmen, hat die lokalen Behörden unvorbereitet getroffen. Vermilion präsentierte seine Pläne als beschlossene Sache – ohne vorangehende Gespräche mit der Kommune oder dem Landkreis. Zwar ist dieses Vorgehen rechtlich zulässig, doch die fehlende Transparenz hat die ohnehin bestehende Skepsis in der Region weiter verstärkt. Anwohner und Umweltverbände kritisieren seit Langem die ökologischen und sozialen Folgen der Gasförderung.

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Die Kreisverwaltung Heidekreis räumt ein, dass ihr Einfluss auf das Verfahren begrenzt ist. Da ihr keine direkte Entscheidungsbefugnis zusteht, können die Behörden lediglich im Rahmen der landesweiten Genehmigungsverfahren Einwände erheben. Bei einer jüngsten Kreistagssitzung wurde das Thema nur knapp behandelt – alle Punkte wurden ohne Debatte abgenickt. Dennoch versprach die Verwaltung, Vermilions weitere Schritte genau zu prüfen und dort, wo möglich, Bedenken vorzubringen.

Mit dem Ausbau rücken industrielle Aktivitäten näher an Wohngebiete heran, was alte Sorgen vor Lärm, Umweltbelastungen und Klimafolgen neu befeuert. Während zwei weitere Bohrungen bereits in fortgeschrittener Planung sind, bleibt die lokale Kontrolle auf Monitoring und formelle Einsprüche beschränkt. Vermilions Vorpreschen lässt die Region in Erwartung tiefgreifender Veränderungen zurück – die Behörden bereiten sich unterdessen auf die anstehenden Genehmigungsverfahren vor.

Quelle