VW-Manager warnt: Deutschlands Technologiestandort droht durch Bürokratie und hohe Kosten zu scheitern
Nikolaus FreudenbergerVW-Manager warnt: Deutschlands Technologiestandort droht durch Bürokratie und hohe Kosten zu scheitern
Deutschlands Ruf als Technologiestandort steht auf dem Spiel – übermäßige Regulierung und hohe Kosten schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Ein hochrangiger Volkswagen-Manager hat nun dringende Reformen gefordert, um einen weiteren Niedergang zu verhindern. Die Warnung erfolgte während einer branchenweit beachteten Veranstaltung, auf der Wirtschaftsführer nachdrücklich Veränderungen einforderten.
Auf der Hannover Messe appellierte Thomas Schmall, Vorstandsmitglied für Technologie bei Volkswagen, an die Politik, die Reformen zu beschleunigen. Er argumentierte, dass die überbordende Regulierungslast in Deutschland – die 60 bis 70 Prozent höher liege als in anderen westeuropäischen Ländern – Innovation und Wachstum ersticke.
Schmall verwies auf die Fortschritte von Volkswagen im Bereich der Elektromobilität, darunter die rasche Entwicklung der ersten hauseigenen Batteriezelle im Werk Salzgitter, die in nur drei Jahren realisiert wurde – ein Beleg für die Agilität des Konzerns. Gleichzeitig kritisierte er unnötige Hürden, wie etwa Brandschutzauflagen für die Fabrik, die es in dieser Form nirgendwo sonst auf der Welt gebe.
Der Manager betonte die Notwendigkeit eines gemeinsamen Kraftakts von Politik und Wirtschaft. Sein vorgeschlagenes "Made-in-Europe"-Reformprogramm zielt darauf ab, Bürokratie abzubauen, Energiekosten zu senken und Compliance-Prozesse zu vereinfachen. Volkswagen bleibe Deutschland als Produktionsstandort verbunden – vorausgesetzt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erlauben es, wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der Vorstoß des Konzerns kommt zu einer Zeit, in der hohe Energiepreise, übermäßige Bürokratie und strenge Vorschriften die industrielle Spitzenposition Deutschlands weiter aushöhlen. Zwar zeigt Volkswagen mit seinen Innovationen in der Elektromobilität Potenzial, doch die Zukunft des Unternehmens im Land hängt von schnellen politischen Weichenstellungen ab. Ohne Kurskorrektur droht Deutschland, seinen Status als führender Industriestandort zu verlieren.






