Warum das Abschiebehaftzentrum in Braunschweig seit 2025 leer steht
Abschiebehaftzentrum in Braunschweig steht seit Eröffnung leer
Seit seiner Eröffnung Mitte 2025 steht ein Landesabschiebehaftzentrum in Braunschweig ungenutzt da. Die Einrichtung, die eigentlich für ausländische Staatsbürger mit vollziehbarem Abschiebebefehl bestimmt war, hat bisher keinen einzigen Insassen aufgenommen. Ihr Zweck bestand darin, Personen unterzubringen, die ihre Abschiebung aus Deutschland aktiv behindern.
Das Zentrum wurde im Rahmen einer Reihe von Maßnahmen eingerichtet, die Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) angekündigt hatte. Diese folgten auf den Mord an Liana K., der zu einer Verschärfung der Abschiebepolitik geführt hatte. Seit Juli 2025 bleibt die Einrichtung jedoch ungenutzt.
Die CDU-Landtagsfraktion hat die Landesregierung kürzlich zu den Abläufen im Zentrum befragt. Die Abgeordneten wollten wissen, wie viele Personen dort inhaftiert und wie viele abgeschoben wurden. Ministerin Behrens bestätigte, dass seit der Inbetriebnahme niemand in der Einrichtung untergebracht worden sei.
Der Leerstand hat rechtliche Gründe: Gerichte genehmigen zunehmend Anträge auf Abschiebehaft oder -gewahrsam. Dadurch werden Betroffene, die eigentlich in das Braunschweig Zentrum hätten kommen sollen, stattdessen in anderen Einrichtungen festgehalten – und scheiden damit für eine Verlegung dorthin aus.
Das Abschiebehaftzentrum in Braunschweig bleibt somit weiterhin ohne Insassen. Seine eigentliche Bestimmung – die Unterbringung von Personen, die sich gegen ihre Abschiebung wehren – wird durch gerichtliche Entscheidungen umgangen. Vorerst steht die Einrichtung leer, trotz ihres ursprünglichen Zwecks und der Politik, die zu ihrer Schaffung führte.






