Wie Pappeln Landwirten in Niedersachsen neue Einnahmen bringen sollen
Fatima TrubinWie Pappeln Landwirten in Niedersachsen neue Einnahmen bringen sollen
Neues Forschungsprojekt erprobt Wege, um den Anbau von Pappeln für Landwirte rentabler zu gestalten
In Drögennindorf, Niedersachsen, wird derzeit mit schwerem Gerät eine Plantage schnellwachsender Pappeln geerntet, die vor neun Jahren angepflanzt wurden. Die Bäume mit Stämmen von etwa 35 Zentimetern Durchmesser werden im Rahmen der Initiative PoplarValue zu Biomasse-Brennstoff verarbeitet.
Das Projekt PoplarValue wird von Gabriele Kowalski-Ludwig vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie geleitet. Gemeinsam mit der Lignovis GmbH untersucht das Team Wachstumsraten, Arbeitsabläufe und Unterschiede zwischen verschiedenen Pappelsorten. Ziel ist es, wirtschaftliche Modelle zu entwickeln, die mehr Landwirte dazu bewegen, agroforstwirtschaftliche Systeme einzuführen.
In Drögennindorf kommt ein schwerer Bagger zum Einsatz, um die 2015 gepflanzten Bäume zu fällen. Nach der Ernte wird das Holz im Herbst zu Hackschnitzeln verarbeitet und als Biomasse-Brennstoff verkauft. Diese Methode baut auf früheren Forschungsarbeiten auf, darunter das von der EU geförderte Poplar-Projekt (2005–2010) und die US-amerikanische Poplar Alliance in den 2010er-Jahren.
Frühere Studien zeigen, dass verbesserte Pappelsorten und der Biomassemarkt die Gewinne von Betrieben in Regionen wie Niedersachsen und Bayern um 10 bis 20 Prozent steigern können. Weltweit verzeichnen Länder wie Kanada und China seit 2015 einen Anstieg der Akzeptanz um 30 Prozent – angetrieben durch CO₂-Zertifikate und die wachsende Nachfrage nach Bioenergie.
Das PoplarValue-Projekt will beweisen, dass Pappel-Agroforstwirtschaft sowohl nachhaltig als auch wirtschaftlich lohnend sein kann. Bei Erfolg könnten die Erkenntnisse Landwirten helfen, ähnliche Systeme in ganz Deutschland und darüber hinaus einzuführen. Die geerntete Biomasse trägt zudem zur Versorgung mit erneuerbaren Energien bei.






