17 March 2026, 12:22

Zahnärzte fürchten um Rente: Pensionskasse verliert Milliarden durch riskante Anlagen

Ein Kreuzworträtsel mit den Wörtern "Verlust" und "Risiko" ausgefüllt, das auf einer Zeitung mit Finanztext und Zahlen liegt.

Zahnärzte fürchten um Rente: Pensionskasse verliert Milliarden durch riskante Anlagen

Rund 11.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen blicken derzeit besorgt in ihre finanzielle Zukunft. Der Grund ist eine tiefe Krise ihrer Versorgungskasse, die durch riskante Anlagen schwere Verluste erlitt und dabei laut Berichten die Hälfte ihres Gesamtvermögens einbüßte. Seitdem tobt ein Rechtsstreit um die Abberufung des früheren Kassenchefs.

Die Probleme der Pensionskasse spitzten sich spätestens 2018 zu: Ein Versicherer in ihrem Portfolio meldete Insolvenz an, andere Investitionen scheiterten. Im April wurde schließlich der Vorsitzende des Aufsichtsrats abberufen. Er wehrt sich seitdem gerichtlich gegen die Entscheidung und betont, kein Fehlverhalten begangen zu haben. Sämtliche Anlagen seien nach einem fachlich abgesicherten Prozess getätigt worden.

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Das Berliner Verwaltungsgericht urteilte später, dass ein Vertrauensverlust in seine Führung die Abberufung rechtfertigen könne – ähnlich einem Misstrauensvotum, das keine detaillierte Begründung erfordert. Zuvor hatte die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege die Entlassung für rechtswidrig erklärt und die anschließende Neuwahl für ungültig.

Trotz unterschiedlicher Ansichten zu den Anlage-strategien gibt es keine Hinweise auf Befangenheit bei den Mitgliedern der Vertreterversammlung. Die Kasse selbst folgt einer ungewöhnlichen Struktur: Die Selbstverwaltungsaufgaben orientieren sich an historischen Entwicklungen statt an fachlicher Expertise.

Die Verluste der Kasse lassen Zahnärztinnen und Zahnärzte in drei Bundesländern um ihre Altersvorsorge bangen. Der Rechtsstreit um die Abberufung des früheren Chefs zieht sich weiter hin, während die Führung der Kasse und ihre Anlageentscheidungen unter kritischer Beobachtung stehen. Seit 2018 gab es keine Meldungen zu einer finanziellen Erholung oder weiteren Insolvenzen.

Quelle