Zwei Statuen, zwei Geschichten: Erinnerung und Streit um Denkmäler
Nikolaus FreudenbergerZwei Statuen, zwei Geschichten: Erinnerung und Streit um Denkmäler
Zwei Statuen haben kürzlich aus sehr unterschiedlichen Gründen Aufmerksamkeit erregt. In Brandenburg erinnert ein Denkmal aus Cortenstahl an die Opfer von Zwangsarbeit während der NS-Zeit. Unterdessen wurde in den USA eine Statue von Christoph Kolumbus in der Nähe des Weißen Hauses wieder aufgestellt – nach Protesten, die zu ihrer Entfernung geführt hatten.
Das Brandenburger Denkmal steht an einer ruhigen Landstraße am Eingang des Gutes Neuendorf im Sande. Es wurde 2018 errichtet und von dem Bruder von Jutta Baumwol in Auftrag gegeben, die in diesem Jahr 101 Jahre alt geworden wäre. Baumwol war aus Neuendorf nach Auschwitz deportiert und dort ermordet worden. Die Skulptur, geformt wie ein von Ameisen bedeckter Baumstumpf, dient als Ort des Gedenkens. Jedes Jahr versammeln sich dort Menschen am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai).
In den USA ordnete Präsident Donald Trump die Wiederaufstellung einer Christoph-Kolumbus-Statue in der Nähe des Weißen Hauses an. Der Schritt erfolgte, nachdem ähnliche Denkmäler während der Black-Lives-Matter-Proteste gestürzt oder entfernt worden waren. Italienisch-amerikanische Organisationen haben die Entscheidung öffentlich unterstützt und Trumps Haltung zur Bewahrung der Statue gelobt.
Das Brandenburger Denkmal bleibt eine stille Hommage an diejenigen, die in den 1940er-Jahren zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. In Washington spiegelt die Rückkehr der Kolumbus-Statue die anhaltenden Debatten über historische Denkmäler wider. Beide Stätten stehen nun als Brennpunkte von Erinnerung und Kontroverse.






