Abschied von der Agostea: Koblenzer Kultclub versteigert seine Legendenstücke
Nikolaus FreudenbergerAbschied von der Agostea: Koblenzer Kultclub versteigert seine Legendenstücke
Der ehemalige Nachtclub Agostea in Koblenz versteigert seine ikonischen Stücke – und beendet damit eine Ära
In einer Reihe von Auktionen hat der einst legendäre Nachtclub Agostea in Koblenz begonnen, seine markanten Einrichtungsgegenstände zu veräußern. Ende März versammelten sich Fans und Sammler, um alles von einer Ritterrüstung bis hin zu einer Slush-Eis-Maschine zu ersteigern. Die Versteigerungen markieren das definitive Ende einer Epoche für den bekannten Veranstaltungsort.
Die erste Auktion lockte Käufer aus ganz Europa an, darunter aus Belgien, Rumänien und der Schweiz. Nun läuft eine zweite Versteigerungsrunde, bei der über 100 weitere Objekte unter den Hammer kommen.
Kuriositäten und lokale Verbundenheit Bei der ersten Auktion gab es ungewöhnliche Käufe – etwa eine Slush-Eis-Maschine, die ein Ingenieur aus Zürich erwarb. Der Käufer hatte fälschlicherweise angenommen, Koblenz liege in der Schweiz und nicht in Deutschland, reiste aber trotzdem an, um sein neues Eigentum abzuholen. Gleichzeitig engagierten sich lokale Unternehmer, um die Erinnerung an die Agostea zu bewahren.
Markus Rodemerk, Inhaber des „Spökes“, und Andreas Römer vom „Sugar Ray’s“ sicherten sich Barhocker und andere Erinnerungsstücke. Ihr Ziel: Teile des Clubs in ihren eigenen Lokalen lebendig halten. Viele der versteigerten Objekte bleiben damit in Koblenz – und mit ihnen der Geist des einstigen Nachtlebens-Treffpunkts.
Unklare Zukunft, neue Pläne Die Erlöse aus beiden Auktionen fließen in den Rückbau der bestehenden Strukturen auf dem Agostea-Gelände. Für die Fläche wird ein gastronomisches Konzept in Erwägung gezogen, doch weder ein Betreiber noch konkrete Pläne stehen bisher fest. Die zweite Auktion, bei der unter anderem eine klassische Discokugel, eine Konfettikanone und ein Massagetisch angeboten werden, läuft noch bis zum 13. Mai.
Trotz der Versteigerungen bleibt die Zukunft der leerstehenden Agostea-Räume ungewiss. Wie das Gelände neu genutzt werden soll, ist noch nicht entschieden – das nächste Kapitel steht noch aus.
Für Fans boten die Auktionen eine letzte Gelegenheit, sich ein Stück Agostea-Geschichte zu sichern. Die eingenommenen Mittel ebnen den Weg für neue Projekte, auch wenn die Details noch in der Diskussion sind. Bis dahin lebt das Erbe des Clubs weiter – in den Händen lokaler Betriebe und Sammler.






