Bayreuther Festspiele entschuldigen sich nach Antisemitismus-Debatte um Michel Friedman
Nada BlochBayreuther Festspiele entschuldigen sich nach Antisemitismus-Debatte um Michel Friedman
Bayreuther Festspiele geraten wegen Umgangs mit Antisemitismus in die Kritik
Die Bayreuther Festspiele stehen wegen ihrer Haltung zu Antisemitismus in der Diskussion. Aktuell drehten sich die Debatten um den Journalisten Michel Friedman, dessen geplante Veranstaltung für Kontroversen sorgte. Mittlerweile hat das Festival sich entschuldigt und bestätigt, dass die Veranstaltung wie geplant stattfinden wird.
Katharina Wagner hatte die Absage des Termins mit Michel Friedman zunächst mit Sicherheitsbedenken begründet. Später entschuldigte sich das Festival jedoch und kündigte an, die Diskussion doch durchzuführen. Friedman hatte den Festspielen zuvor vorgeworfen, sich nicht ernsthaft mit dem Thema Antisemitismus auseinanderzusetzen.
Christian Thielemann präzisierte, dass Gespräche über eine mögliche Veranstaltung mit Friedman bereits vor über einem Jahr begonnen hätten. Ein verbindlicher Vertrag sei jedoch nie zustande gekommen. Das Festival habe sich in der Vergangenheit bereits mit Antisemitismus in Inszenierungen von Katharina Wagner, Stefan Herheim und Barrie Kosky kritisch auseinandergesetzt.
Zudem setze sich die Institution seit Langem mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit auseinander – etwa durch Gedenkveranstaltungen, Symposien und künstlerische Projekte. Jüdische Dirigenten seien eingeladen worden, und es gab Diskussionen über Wagners Antisemitismus, unter anderem mit Stephen Fry. Friedman selbst war an diesen Initiativen nicht beteiligt.
Laut Berichten wird die aktuelle Kampagne der Süddeutschen Zeitung zu Antisemitismus auf den Festspielen federführend vom Politikressort und nicht vom Kulturressort vorangetrieben.
Mittlerweile hat das Festival bestätigt, dass die Veranstaltung mit Friedman stattfinden wird. Es betont seine Bemühungen, Antisemitismus und die historischen Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus aufzuarbeiten. Die Entschuldigung an Friedman deutet auf eine Beilegung des jüngsten Streits hin.






