Berlin reformiert sein Schulgesetz: Strengere Regeln und mehr Digitalisierung
José MartinBerlin reformiert sein Schulgesetz: Strengere Regeln und mehr Digitalisierung
Berlin steht vor einer grundlegenden Reform seines Schulsystems: Der Senat hat einen Entwurf für ein umfassend aktualisiertes Schulgesetz verabschiedet, das die Bildungsqualität verbessern und die Schulen auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten soll. Die Änderungen reichen von verschärften Regeln bei Schulschwänzen bis hin zum Ausbau digitaler Lernwerkzeuge.
Ein zentraler Punkt des Entwurfs sind strengere Maßnahmen bei unentschuldigten Fehlzeiten. Schüler:innen mit häufigem Fernbleiben vom Unterricht können künftig verpflichtet werden, einen Amtsarzt aufzusuchen. Ausgenommen von dieser Regelung sind Kinder mit chronischen Erkrankungen – im Fokus stehen vielmehr Fälle, in denen Fehlzeiten Anlass zu Sorge um das Kindeswohl geben.
Auch die Schulverwaltung wird modernisiert: Digitale Klassenbücher, Zeugnisse und Schülerausweise ersetzen die bisherigen papierbasierten Systeme. Zudem wird der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht geregelt, um eine verantwortungsvolle Nutzung zu gewährleisten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der systematischeren Erfassung von Lernerfolgen. Schulen sollen künftig mit standardisierten Daten und Vergleichstests die schulischen Fortschritte genauer dokumentieren. Ziel ist es, Wissenslücken früher zu erkennen und die Wirksamkeit von Lehrmethoden besser zu bewerten.
Der Entwurf aktualisiert zudem die Regeln für den Übergang auf weiterführende Schulen. Nach weiteren Beratungen wird der Gesetzentwurf dem Abgeordnetenhaus zur endgültigen Abstimmung vorgelegt.
Falls das Gesetz verabschiedet wird, stehen Berlins Schulen vor tiefgreifenden Veränderungen: Sie werden digitale Tools einführen, die Lernfortschritte der Schüler:innen enger begleiten und konsequenter gegen unentschuldigtes Fehlen vorgehen. Die Reformen sollen ein strukturierteres und zukunftsfähiges Lernumfeld schaffen.






