Reiche blockiert Übergewinnsteuer – und schlägt Pendlerpauschale als Alternative vor
Nikolaus FreudenbergerReiche blockiert Übergewinnsteuer – und schlägt Pendlerpauschale als Alternative vor
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt Sondersteuer auf Ölkonzerne ab
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat sich gegen die geplante Übergewinnsteuer für Mineralölunternehmen ausgesprochen und auf rechtliche sowie wirtschaftliche Bedenken hingewiesen. Die Debatte entzündet sich, während Finanzminister Lars Klingbeil die Maßnahme vorantreibt, um die durch den Iran-Konflikt verursachten hohen Spritpreise in den Griff zu bekommen.
Stattdessen befürwortet Reiche eine temporäre Erhöhung der Pendlerpauschale, um Autofahrer bei den steigenden Kosten zu entlasten.
Finanzminister Klingbeil will mit der Übergewinnsteuer für Ölkonzerne überhöhte Preise verhindern. Die Abgabe zielt auf außergewöhnlich hohe Gewinne ab, die in Phasen extrem hoher Spritpreise erzielt werden. Ein ähnliches EU-Modell – eine 33-prozentige Besteuerung von Gewinnen, die den Durchschnittspreis um 20 Prozent oder mehr übersteigen – hatte zuvor über zwei Milliarden Euro eingespielt.
Reiche wies den Vorschlag zurück mit dem Argument, die Wirtschaftskunde kenne keine "Zufallsgewinne" und demnach auch keine entsprechenden Steuern. Zudem verwies sie auf verfassungsrechtliche Zweifel, die der Bundesfinanzhof geäußert habe. Andere Ideen wie Tankgutscheine oder eine Benzinpreisbremse lehnte sie ab, da sie Gelder zu undifferenziert verteilen würden.
Stattdessen setzt sich Reiche für eine Anhebung der Pendlerpauschale ein, die derzeit bei 38 Cent pro Kilometer ab dem ersten Kilometer liegt. Sie sieht darin eine gezieltere Unterstützung für Autofahrer, die unter den durch den Iran-Konflikt getriebenen Spritkosten leiden.
Der Plan für eine Übergewinnsteuer stößt bei Reiche auf deutlichen Widerstand, die sowohl die Rechtmäßigkeit als auch die Wirksamkeit infrage stellt. Ihr Alternativvorschlag – eine höhere Pendlerpauschale – soll betroffenen Autofahrern direkt entlasten. Nun muss die Regierung entscheiden, wie sie die steigenden Spritpreise bekämpft, ohne wirtschaftliche oder verfassungsrechtliche Grundsätze zu verletzen.






