Betrüger verschicken gefälschte Bußgeldforderungen an Besitzer von Balkon-Solaranlagen
José MartinBetrüger verschicken gefälschte Bußgeldforderungen an Besitzer von Balkon-Solaranlagen
Besitzer kleiner Balkon-Solaranlagen in Deutschland erhalten gefälschte Schreiben mit angeblichen Bußgeldforderungen wegen vermeintlicher Meldepflichtverstöße. Die Betrüger nutzen dabei reale gesetzliche Vorgaben aus – doch Behörden bestätigen, dass es sich um Falschmeldungen handelt. Die Bundesnetzagentur hat nun eine offizielle Warnung herausgegeben, um weitere Täuschungsversuche zu verhindern.
In den betrügerischen Schreiben wird den Empfängern vorgeworfen, ihre Photovoltaik-(PV)-Minianlagen nicht im Marktstammdatenregister angemeldet zu haben. Sie fordern eine „Verwarnungsgebühr“ von 41,60 Euro und drohen mit einem „vollen Bußgeld“ von 208 Euro, falls die Summe nicht innerhalb von 14 Tagen beglichen wird. Zudem werden die Besitzer fälschlicherweise aufgefordert, einen jährlichen EEG-Bericht einzureichen.
Tatsächlich müssen Betreiber von Balkon-Solaranlagen ihre Anlagen innerhalb eines Monats nach Installation registrieren und jährlich Zählerstände melden, um die Einspeisevergütung zu erhalten. Die Bundesnetzagentur weist jedoch auf mehrere Fehler in den gefälschten Schreiben hin, darunter falsche Kontaktdaten und Absenderadressen.
Die Behörde ruft die Empfänger auf, die Zahlungsaufforderungen zu ignorieren und stattdessen Anzeige gegen die unbekannten Betrüger zu erstatten. Zwar gebe es bei Verstößen gegen die Meldepflicht tatsächlich Bußgelder – doch die aktuellen Schreiben seien nicht offiziell.
Die Masche nutzt die Verunsicherung vieler Anlagenbetreiber über die komplexen Registrierungsvorschriften aus. Die Behörden betonen, dass nur Schreiben aus verifizierten Quellen Beachtung finden sollten. Betroffene werden aufgefordert, den Betrug zu melden und im Zweifel direkt bei der Bundesnetzagentur nachzufragen, ob ein Schreiben echt ist.






