Blutdruckmittel Nitrendipin bleibt monatelang Mangelware – Patienten ohne Therapie
Fatima TrubinBlutdruckmittel Nitrendipin bleibt monatelang Mangelware – Patienten ohne Therapie
Lieferengpässe bei Nitrendipin: Blutdruckpatienten seit Monaten ohne Medikamente
Patienten, die auf Nitrendipin angewiesen sind – ein weit verbreitetes Blutdruckmittel – leiden seit dem vergangenen Sommer unter anhaltenden Lieferengpässen. Das Präparat, das zur Gruppe der Kalziumkanalblocker gehört, wird von mehreren Herstellern mit Verzögerungen produziert, sodass viele Betroffene ihre verordnete Therapie nicht fortsetzen können.
Nitrendipin wirkt, indem es den Kalziumeinstrom in die glatten Muskelzellen der Blutgefäße hemmt. Dadurch bleiben die Arterien entspannt, was zur Senkung des Blutdrucks beiträgt. Das Medikament ist jedoch nicht für Patienten mit Herzinsuffizienz oder solche geeignet, die sich von einem kürzlichen Herzinfarkt erholen.
Betroffen sind sowohl die 10-Milligramm- als auch die 20-Milligramm-Dosierung. Die Unternehmen Ratiopharm und Aliud Pharma planen, die Lieferungen der 20-mg-Tabletten bis Ende März wiederaufzunehmen, während AbZ erst Ende Mai mit einer Rückkehr zur regulären Auslieferung rechnet. Auch die 10-mg-Variante ist derzeit nicht verfügbar; hier wird mit einer Wiederverfügbarkeit zwischen Ende März und Mitte April gerechnet. Der Hersteller Aristo warnt hingegen, dass sein 20-mg-Präparat möglicherweise bis Jahresende knapp bleiben könnte.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Nitrendipin auf der Liste der aktuellen Arzneimittelengpässe geführt. Stand März 2026 melden drei große Hersteller – Ratiopharm, Hexal und 1A Pharma – Produktionsprobleme. Als Ausweichmöglichkeiten während der Knappheit empfiehlt die Behörde alternative Kalziumkanalblocker wie Amlodipin, Felodipin oder Lercanidipin.
Das Problem beschränkt sich nicht auf Nitrendipin: Auch andere ältere Medikamente sind von Lieferengpässen betroffen. Kalziumkanalblocker lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen: Nifedipin-Typ, Verapamil-Typ und Diltiazem-Typ, die sich in ihrer Wirkungsweise unterscheiden, aber alle darauf abzielen, Bluthochdruck zu behandeln.
Die anhaltende Knappheit zwingt Ärzte und Apotheker dazu, für betroffene Patienten nach Alternativen zu suchen. Während einige Hersteller in den kommenden Monaten mit einer Normalisierung der Lieferungen rechnen, warnen andere vor weiteren Verzögerungen bis Ende des Jahres. Die Behörden beobachten die Lage weiterhin und raten bei Bedarf zu geeigneten Ersatzpräparaten.






