24 March 2026, 04:22

Böhmermanns provokante Schau Die Möglichkeit der Unvernunft polarisiert in Berlin

Ein buntes Plakat an einer Gebäudewand mit der Aufschrift 'Les Humoristes Journal Hebdomadaire Illustré', das eine Gruppe lachender Menschen zeigt.

Böhmermanns provokante Schau Die Möglichkeit der Unvernunft polarisiert in Berlin

Jan Böhmermanns neueste Ausstellung Die Möglichkeit der Unvernunft eröffnet letzte Woche im Berliner Haus der Kulturen der Welt

Die Schau verbindet persönliche Erinnerungsstücke, politische Satire und interaktive Installationen – darunter auch Werke, die direkt auf die umstrittensten Momente des Komikers anspielen.

Die Ausstellung präsentiert 22 Objekte und Installationen, sieben davon mit Bezug zu Böhmermanns Karriere und öffentlichen Konflikten. Zu sehen sind unter anderem seine Parodie-Preise, beschlagnahmte Gegenstände und Dokumente aus vergangenen Rechtsstreitigkeiten. Eine goldene Schallplatte des Rappers Bushido und ein Boxsack des ehemaligen Wirecard-Managers Jan Marsalek stehen neben Profilbildern von Böhmermanns Online-Kritikern.

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Ein Teleskop richtet sich auf einen Spiegel und ermöglicht Besuchern einen Blick in das angebliche Büro der Nachbarin, der Kanzlerin. Daneben zerfetzt eine Maschine alle 28 Minuten ein Stofftier – es sei denn, jemand zahlt, um ein Selfie damit zu machen. KI-generierte Aktbilder des Politikers Friedrich Merz teilen sich den Raum mit einer Butterbüste des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl.

An der Eingangstür müssen Besucher ihre Handys abgeben – eine bewusste Verstärkung der Ausstellungsthemen Kontrolle und Überwachung. Ein Nachbau eines Einbürgerungstests und ein "TV-Garten" für Independent-Künstler mit Auftritten von Domiziana, Mine und Ebow ergänzen das Programm. Die Schau läuft noch bis zum 19. Oktober 2022.

Fünf der politisch aufgeladenen Werke greifen Böhmermanns Auseinandersetzungen um Meinungsfreiheit auf, darunter seine 2016 erschienene Satire über die Türkei und der ZDF-Neonazi-Lied-Skandal. Die Ausstellung deutet diese als Reflexionen über Zensur, Medienfreiheit und die Grenzen der Satire.

Die Schau verbindet Provokation mit persönlicher Geschichte und lädt die Besucher ein, sich mit Böhmermanns Werk und dessen gesellschaftlicher Tragweite auseinanderzusetzen. Durch die Mischung aus Humor, juristischen Artefakten und interaktiven Elementen wird Satire hier zu einem körperlichen Erlebnis. Noch mehrere Monate lang bleibt die Ausstellung geöffnet – als Raum für Debatten über Kunst, Politik und die Grenzen der Unvernunft.

Quelle