02 April 2026, 10:22

Brandenburg testet neues Notdienst-Modell für Apotheken bis Jahresende

Eine Apothekerin in weißem Kittel hält ein Objekt, während sie einem Kunden in einer Apotheke mit Regalen voller Flaschen im Hintergrund assistiert.

Brandenburg testet neues Notdienst-Modell für Apotheken bis Jahresende

Brandenburg startet Pilotprojekt für Notdienst-Apotheken

In Brandenburg ist ein neues Modellprojekt für den Apotheken-Notdienst angelaufen. Die bereits Anfang Februar angekündigte Reform soll die Belastung für Apotheker verringern und gleichzeitig die Versorgung der Patienten verbessern. Hintergrund sind jahrelange Rückgänge bei der Zahl der Apotheken und wachsende Sorgen über Versorgungslücken.

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Ursprünglich sollte das Vorhaben bereits am 1. Januar unter der damaligen Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher starten. Nach Verzögerungen bestätigte die Landesapothekerkammer Brandenburg (LAK), dass die Testphase nun bis zum 31. Dezember läuft.

Längere Einsatzintervalle, gerechtere Verteilung Kern der Neuerung ist, dass die Notdienste künftig alle 20 Tage statt wie bisher alle 13 Tage rotieren. Dies sorge für eine gleichmäßigere Arbeitsbelastung und entlaste das Personal, erklärte LAK-Präsident Jens Dobbert. Eine Umfrage der Kammer habe zudem gezeigt, dass die Nachfrage nach Notdiensten vor allem an Wochenenden besonders hoch sei – ein weiterer Grund für die angepassten Intervalle.

Der Apotheker Peter Schmieder aus Golzow zeigte sich "vorsichtig optimistisch". Die längeren Abstände zwischen den Diensten begrüßte er ausdrücklich; bisher habe er die Schichten oft allein bewältigen müssen. Gleichzeitig plädierte er für eine bessere Abstimmung mit den Krankenhäusern. Eine Zentralisierung der Notdienste könnte Patienten unnötige Wege ersparen, so Schmieder.

Finanzielle Anreize als "möglicher Goldstandard" Auch finanzielle Anreize sind Teil des Konzepts. Thomas Müller, ein hochrangiger Vertreter des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), deutete an, dass sich die Vergütung für Notdienste bei Erfolg der Reform fast verdoppeln könnte. Das Modell habe das Potenzial, zum "Goldstandard" für die zukünftige Notfallversorgung zu werden.

Testphase bis Jahresende – Ergebnis offen Das Pilotprojekt soll prüfen, ob die 20-Tage-Rotation die Effizienz steigert, ohne die Versorgung zu beeinträchtigen. Gelingt der Versuch, könnte dies die Organisation von Apotheken-Notdiensten in der gesamten Region grundlegend verändern. Besonders im Blick: die Auswirkungen auf die Versorgung im ländlichen Raum und die Arbeitsbelastung des Personals. Bis zum Jahresende wird die Entwicklung genau beobachtet.

Quelle