11 April 2026, 06:23

Brandenburgs CDU will Cannabis-Gesetz nach steigenden Verkehrsdelikten kippen

Gruppe von Menschen um ein Auto mit einer "Legalise Cannabis Ireland"-Plakette versammelt, mit Papieren im Fahrzeug, umgeben von Gebäuden und einem klaren Himmel.

Brandenburgs CDU will Cannabis-Gesetz nach steigenden Verkehrsdelikten kippen

Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland: Brandenburgs CDU will Gesetz rückgängig machen

Am 1. April 2024 trat in Deutschland die teilweise Legalisierung von Cannabis in Kraft, die den regulierten Konsum und Anbau erlaubt. Doch bereits Anfang 2025 drängte die Brandenburger CDU auf eine Abschaffung des Gesetzes – mit Verweis auf steigende Verkehrsvorfälle und einen blühenden Schwarzmarkt. Kritiker argumentieren, die Reform habe den illegalen Handel nicht eingedämmt, während sich gleichzeitig die drogenbedingten Risiken im Straßenverkehr erhöhten.

Die neuen Regelungen sahen ursprünglich vor, dass nichtkommerzielle Anbauvereine mit bis zu 500 Mitgliedern ab dem 1. Juli 2024 Cannabis anbauen und verteilen dürfen. In Brandenburg wurden 21 solche Vereine genehmigt, sechs weitere Anträge lagen noch zur Prüfung vor. Doch Innenminister Jan Redmann (CDU) räumte ein, dass das legale Angebot die Nachfrage bei Weitem nicht decken könne – der Schwarzmarkt bleibe damit weitgehend unberührt.

Im August 2024 wurde ein THC-Grenzwert im Blutserum von 3,5 Nanogramm pro Milliliter eingeführt, dessen Überschreitung mit einem Bußgeld von 500 Euro und einem einmonatigen Fahrverbot geahndet wird. Trotz dieser Maßnahme stiegen die cannabisbedingten Verkehrsvorfälle. 2025 registrierte die Polizei 119 Unfälle unter Cannabiseinfluss – ein leichter Anstieg gegenüber 115 im Vorjahr. Deutlich stärker fiel jedoch der Anstieg der Verdachtsfälle von Fahren unter Drogeneinfluss aus: von 1.313 im Jahr 2024 auf 1.727 im Jahr 2025 – ein Plus von 31,5 Prozent.

Das Brandenburger Innenministerium warnte zudem, die Legalisierung habe unbeabsichtigt kriminelle Netzwerke gestärkt. Diese Gruppen verkauften weiterhin Cannabis und weiteten ihr Angebot auf härtere Drogen aus. Auf dem CDU-Landesparteitag im Februar 2025 stimmte die Partei schließlich für eine vollständige Abschaffung des Gesetzes mit der Begründung, es habe die öffentliche Sicherheit verschlechtert statt verbessert.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Vorstoß zur Rücknahme der Cannabislegalisierung folgt auf zwei Jahre mit zunehmenden Verkehrsdelikten und anhaltender Schwarzmarktaktivität. Mit 21 aktiven Anbauvereinen in Brandenburg und einer Nachfrage, die das legale Angebot übersteigt, stehen die Behörden nun vor der Herausforderung, sowohl Vollzugslücken zu schließen als auch ungewollte Folgen der Reform zu bekämpfen. Die Entscheidung der CDU ebnet den Weg für strengere Regulierungen, falls das Gesetz tatsächlich gekippt wird.

Quelle