Brandenburgs neue Koalition zieht nach 100 Tagen eine erste Bilanz
Brandenburgs rot-schwarze Koalition hat ihre ersten 100 Tage im Amt erreicht. Die Zusammenarbeit zwischen SPD und CDU entstand, nachdem die vorherige Allianz der SPD mit der BSW im Januar gescheitert war. Beide Parteien beschreiben ihre Kooperation als vertrauensvoll, reibungslos und produktiv.
Die neue Regierung übernahm nach dem Zerbrechen der SPD-BSW-Koalition zu Jahresbeginn die Geschäfte. Seither hat sie mit der Umsetzung zentraler Vorhaben begonnen. So wurden bereits Maßnahmen beschlossen, um die Berufung von Hochschulprofessoren zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen.
Für den Herbst sind weitere Projekte geplant. Dazu gehören die Einführung einer Landarztquote sowie die Zulassung unbemannter „Mini-Supermärkte“. Zudem sind Reformen vorgesehen, die die Befugnisse der Polizei erweitern, die Finanzierung der Kinderbetreuung umstrukturieren und Tariftreue bei öffentlichen Aufträgen vorschreiben.
Die finanziellen Herausforderungen bleiben jedoch drängend. Die Koalition muss die Haushalte für 2027 und 2028 konsolidieren – bei einem Defizit von über einer Milliarde Euro. Eine Entscheidung des Verfassungsgerichts zu Besoldungsansprüchen von Beamten belastet die Kassen mit zusätzlichen 300 bis 600 Millionen Euro. Um gegenzusteuern, sind spürbare Kürzungen in den meisten Ressorts geplant, wobei Bildung und Gesundheit nur begrenzt betroffen sein sollen.
In den ersten 100 Tagen hat die Koalition Fortschritte erzielt, steht aber vor erheblichen finanziellen Hürden. Die anstehenden Reformen und Haushaltsanpassungen werden die nächste Phase prägen. Die Regierung will die Finanzen stabilisieren, ohne ihre politischen Ziele aus den Augen zu verlieren.






