Braunschweigs Händler kämpfen mit jahrelangen Baustellen – doch Hilfe bleibt ungewiss
Fatima TrubinBraunschweigs Händler kämpfen mit jahrelangen Baustellen – doch Hilfe bleibt ungewiss
Unternehmen in Braunschweig leiden unter langwierigen Baustellen am Hagenmarkt, Bültenweg und Helmstedter Straße
Die anhaltenden Bauarbeiten in den Bereichen Hagenmarkt, Bültenweg und Helmstedter Straße setzen die ansässigen Unternehmen stark unter Druck. Durch die Maßnahmen wurde der Fußgängerverkehr reduziert, Parkplätze entfernt und Zufahrtswege blockiert. Ein jüngster Antrag im Stadtrat zielte darauf ab, die betroffenen Händler mit finanzieller Unterstützung zu entlasten.
Robert Glogowski und die BIBS-Gruppe schlugen vor, den Baustellenfonds wieder einzuführen, um den lokalen Betrieben unter die Arme zu greifen. Glogowski kritisierte, die Stadt schade mit ihrem Vorgehen den Händlern – hier müsse dringend gegen-gesteuert werden.
Widerspruch kam von Bianca Braunschweig (Grüne) und Maximilian Pohler (CDU). Beide argumentierten, der Antrag gehe am Kern des Problems vorbei. Langfristig würden die Unternehmen vielmehr von einer besseren Infrastruktur profitieren. Christoph Bratmann (SPD) fügte hinzu, eine pauschale Soforthilfe für alle betroffenen Firmen sei ohne vorherige Prüfung nicht umsetzbar. Dies würde bedeuten, öffentliche Gelder ohne klare Kriterien zu verteilen.
Kurz vor der Ratssitzung legten SPD, CDU und Grüne einen letzten Änderungsantrag vor. Dieser verlagerte den Fokus von akuter Hilfe hin zu nachhaltigen Lösungen – und setzte sich schließlich durch. Damit wurde Glogowskis ursprünglicher Antrag umgestaltet.
Der neue Plan sieht nun eine umfassende Bestandsaufnahme vor, um die Unterstützung für von langfristigen Baustellen betroffene Unternehmen zu verbessern. Dabei sollen frühere Maßnahmen überprüft, finanzielle und nicht-finanzielle Instrumente entwickelt und klare Regeln für deren Einsatz festgelegt werden. Die Ergebnisse werden vor den Haushaltsberatungen für 2027/2028 den zuständigen Ausschüssen vorgelegt, um über mögliche Fördermittel zu entscheiden.
Der Rat hat sich damit für eine gründliche Analyse statt für schnelle Lösungen entschieden. Die Ergebnisse sollen künftige Entscheidungen darüber prägen, wie Unternehmen bei langandauernden Bauprojekten unterstützt werden können. Im Rahmen des Prozesses wird geklärt, ob neue Förderprogramme oder Unterstützungssysteme eingeführt werden.
