Bundeshaushalt in der Krise: Experten warnen vor Schuldenfalle und Reformstau
Fatima TrubinBundeshaushalt in der Krise: Experten warnen vor Schuldenfalle und Reformstau
Deutschlands Bundeshaushalt steht vor ernsten Herausforderungen, warnen zwei führende Wirtschaftsexperten. Andreas Peichl, Leiter des Ifo-Zentrums für öffentliche Finanzen, bezeichnete die aktuelle Finanzlage als "alles andere als solide". Steigende Schulden und zögerliche Reformen belasteten zunehmend die kommenden Generationen, so die Fachleute.
Peichl wies auf die wachsenden Probleme bei der Staatsverschuldung hin. Neue Kredite trieben die Zinslasten in die Höhe und ließen weniger Spielraum für Ausgaben. Er forderte die Verantwortlichen auf, alle Subventionen zu überprüfen und unnötige Ausgaben zu streichen.
Um die Finanznot zu lindern, schlug Peichl höhere Steuern auf Alkohol und Tabak sowie eine neue Zuckerabgabe vor. Die zusätzlichen Einnahmen sollten seiner Meinung nach vor allem Präventionsprogramme finanzieren – und nicht nur Haushaltslücken stopfen.
Emilie Höslinger vom Ifo-Zentrum für Makroökonomie und Umfragen teilte diese Bedenken. Sie warnte, dass verschobene Reformen und steigende Zinskosten die jüngeren Steuerzahler besonders belasten würden. Die Schuldenbremse habe zudem zu viele Schlupflöcher, um die Haushaltsdefizite wirksam zu begrenzen.
Die Warnungen kommen zu einer Zeit, in der Deutschland mit wachsenden Schulden und begrenzten finanziellen Handlungsspielräumen kämpft. Peichls Steuervorschläge zielen darauf ab, Mittel für langfristige Vorsorgemaßnahmen freizumachen. Ohne entschlossenere Reformen, so die Ökonomen, werde die finanzielle Belastung für die nachkommenden Generationen weiter steigen.






