Bundesländer fordern radikale Steuersenkung auf Lebensmittel – doch wer profitiert wirklich?
Fatima TrubinBundesländer fordern radikale Steuersenkung auf Lebensmittel – doch wer profitiert wirklich?
Bundesländer fordern Steuersenkungen zur Entlastung der Lebenshaltungskosten – vor allem bei Nahrungsmitteln
Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) schlägt vor, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel komplett abzuschaffen. Andere Landesregierungen drängen ebenfalls auf schnelle Maßnahmen, da die hohen Preise die Haushaltskassen weiter belasten.
Die Diskussion flammt im Rahmen der laufenden Debatten über eine Reform der Mehrwertsteuer auf – bisher wurden 2026 jedoch noch keine Erhöhungen umgesetzt. Rehlingers Vorschlag sieht vor, die Steuern auf Grundnahrungsmittel zu streichen, während gleichzeitig Steuervergünstigungen für Luxusgüter wie Trüffel, Kaviar und Austern gekürzt werden sollen. Damit, so ihre Argumentation, würde der tägliche Einkauf für Familien erschwinglicher.
Ihr Vorstoß folgt auf monatelange Kontroversen um das deutsche Mehrwertsteuersystem. Anfang 2026 lehnte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) Pläne ab, die Mehrwertsteuer von 19 auf 21 bis 22 Prozent anzuheben – eine Option, die Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zuvor nicht ausgeschlossen hatte. Stattdessen setzte sich Klingbeil für höhere Abgaben auf Vermögen und Spitzenverdiener ein.
Bisher gab es keine Mehrwertsteuererhöhungen. Am 27. März 2026 verabschiedete der Bundestag eine Reform der privaten Altersvorsorge, die ab Januar 2027 greifen und steuerliche Anreize schaffen soll – die Zustimmung des Bundesrats steht jedoch noch im Mai aus. Eine umfassendere Steuer- und Sozialversicherungsreform befindet sich noch in der Planung.
Auch andere Bundesländer unterstützen die Forderungen nach Entlastung. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) verlangte sofortige Steuersenkungen und ein abgestimmtes Maßnahmenpaket. Nordrhein-Westfalens Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) betonte die Notwendigkeit einer klaren Strategie gegen die steigenden Kosten. Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) mahnte die Bundesregierung, eine umfassende Reform zügig abzuschließen.
Der Druck aus den Ländern unterstreicht die wachsende Sorge um die Bezahlbarkeit. Während Rehlingers Mehrwertsteuer-Pläne gezielt den Alltag entlasten sollen, setzen andere auf breitere Steuerreformen. Da bisher keine Mehrwertsteuererhöhungen in Kraft getreten sind, bleibt der Fokus auf gezielten Maßnahmen zur finanziellen Entlastung.






