03 April 2026, 12:28

Durchbruch in der Supraleitung: Forscher entdecken direkte Beweise in wasserstoffreichen Materialien

Schwarzes und weißes Foto eines Tunnels mit einer zentralen Metallstruktur, Metallstangen auf der linken Seite, einer Wand auf der rechten Seite und Text unten.

Durchbruch in der Supraleitung: Forscher entdecken direkte Beweise in wasserstoffreichen Materialien

Wissenschaftler haben erstmals direkte mikroskopische Beweise für Supraleitung in wasserstoffreichen Materialien entdeckt. Der Durchbruch bringt Licht ins Dunkel, wie sich Elektronen in diesen Stoffen paaren, und rückt die Forschung dem Verständnis von Supraleitung bei Raumtemperatur ein Stück näher.

Im Mittelpunkt der Erkenntnisse stehen Verbindungen wie H₃S und D₃S, die unter extremem Druck ungewöhnliche Eigenschaften zeigen. Der Weg begann 2015 mit der Entdeckung, dass H₃S bei 203 Kelvin (minus 70 Grad Celsius) supraleitend wird – ein Meilenstein, da dies damals die höchste je gemessene Sprungtemperatur für Supraleitung darstellte. Seither haben Forscher ähnliche Materialien wie LaH₁₀, YH₉ und CeH₉ untersucht, unter anderem mit Elektronentunnel-Spektroskopie, Röntgenbeugung und magnetischen Messmethoden.

Hochdruckexperimente haben nun ein entscheidendes Merkmal offenbart: die supraleitende Energielücke. In H₃S beträgt diese etwa 60 Millielektronenvolt (meV), in D₃S ist sie mit 44 meV kleiner. Dieser Unterschied stützt die Theorie, dass Schwingungen im Atomgitter – die so genannten Elektron-Phonon-Wechselwirkungen – die Supraleitung in diesen Materialien antreiben.

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Die Energielücke selbst ist von zentraler Bedeutung: Sie trennt den supraleitenden Zustand vom normalen metallischen Verhalten und beweist, dass Elektronen ohne Widerstand fließen. Diese Eigenschaft macht Supraleiter extrem wertvoll für Anwendungen wie verlustfreie Stromnetze oder fortschrittliche Energiespeichersysteme.

Wasserstoffreiche Verbindungen wie H₃S und LaH₁₀ stechen besonders hervor, weil sie bereits oberhalb des Siedepunkts von flüssigem Stickstoff supraleitend werden. Damit rückt der Traum von praxistauglichen, raumtemperatur-supraleitenden Materialien ein Stück näher an die Realität heran.

Die Entdeckung bestätigt, dass wasserstoffbasierte Materialien ein außergewöhnliches Potenzial für die Supraleitungsforschung bergen. Durch die direkte Messung der Energielücke haben Wissenschaftler die These gestärkt, dass Elektron-Phonon-Wechselwirkungen die treibende Kraft hinter diesem Phänomen sind. Die Ergebnisse könnten die Entwicklung realer Technologien beschleunigen, die auf widerstandslosem Stromfluss basieren.

Quelle