Bundestag beschließt umstrittenes Beschleunigungsgesetz für Infrastrukturprojekte
José MartinBundestag beschließt umstrittenes Beschleunigungsgesetz für Infrastrukturprojekte
Der Bundestag hat ein neues Beschleunigungsgesetz verabschiedet, um große Bauvorhaben zu beschleunigen. Das Gesetz zielt auf den Ausbau von Autobahnen, Schienenwegen und Wasserstraßen ab und soll deren Entwicklung vorantreiben. Zudem sieht es eine Modernisierung der Genehmigungsverfahren durch Digitalisierung vor.
Bestimmte Projekte werden als von „höchstem öffentlichen Interesse und öffentlicher Sicherheit“ eingestuft. Dieser Status ermöglicht schnellere Genehmigungen. Das Gesetz unterstützt Vorhaben, die aus einem Sonderinfrastrukturfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro finanziert werden – gestützt auf Schuldenaufnahme.
Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) betonte, das Gesetz werde Verzögerungen bei der kritischen Infrastruktur verhindern. Kritiker äußerten jedoch Bedenken. Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Swantje Henrike Michaelsen, warf dem Gesetz vor, es schwäche den Umweltschutz und beschneide die Beteiligungsrechte der Öffentlichkeit.
Der Linken-Abgeordnete Jorrit Bosch verwies auf Personalengpässe in den Planungsbehörden: Schnellere Verfahren erforderten mehr Personal. Der AfD-Politiker Ulrich von Zons warnte vor möglichen Enteignungen und einem Verlust der fairen Interessenabwägung durch die neuen Regelungen.
Das Gesetz bedarf nun der endgültigen Zustimmung des Bundesrats. Bei Verabschiedung wird es die Planung beschleunigen und Verfahren für Schlüsselprojekte digitalisieren. Die Auswirkungen auf Umweltstandards und Bürgerbeteiligung bleiben jedoch umstritten.
