Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Warum Anbauvereine trotz neuer Gesetze kämpfen
Nikolaus FreudenbergerCannabis-Legalisierung in Deutschland: Warum Anbauvereine trotz neuer Gesetze kämpfen
Seit April 2024 dürfen Erwachsene in Deutschland bis zu 25 Gramm Cannabis in der Öffentlichkeit mitführen und zu Hause drei Pflanzen anbauen. Die gesetzliche Neuregelung sollte den Schwarzmarkt eindämmen, doch für lizenzierte Anbauvereine bleiben Herausforderungen bestehen. In Berlin gibt es mittlerweile 11 solcher Vereine, sieben weitere warten auf ihre Zulassung.
Das neue Gesetz erlaubt den privaten Konsum, unterwirft Cannabis-Clubs jedoch strengen Auflagen. Werbung ist verboten, und die Vereine müssen jahrelang detaillierte Aufzeichnungen über ihre volljährigen Mitglieder führen. Jana Halbreiter, Vorsitzende der Green Leaf Society, kritisiert, dass Politiker die legale und kontrollierte Kultivierung überregulieren.
Trotz der Hürden sieht Mario Gäde vom White Lake Weed-Verein weiterhin Potenzial in dem Modell. Dennoch untergraben illegale Verkäufe und Online-Bestellungen von medizinischem Cannabis die legalen Vereine. Die Behörden verschärfen nun die Kontrollen bei Verschreibungen – obwohl die Einfuhren von medizinischem Cannabis im frühen Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um über 400 Prozent gestiegen sind.
Berliner Anbauvereine arbeiten unter strengen Dokumentationspflichten und Werbeverboten. Der Anstieg der medizinischen Importe und der anhaltende Schwarzhandel zeigen die anhaltenden Spannungen im rechtlichen Rahmen auf. Vorerst hängt die Zukunft der Anbauvereine davon ab, Regulierung und Zugänglichkeit in Einklang zu bringen.






