Cannabis-Teillegalisierung: Minister fordern dringende Korrekturen nach alarmierendem Bericht
Nikolaus FreudenbergerCannabis-Teillegalisierung: Minister fordern dringende Korrekturen nach alarmierendem Bericht
Teillegalisierung von Cannabis zu Genusszwecken stößt auf scharfe Kritik
Die teilweise Freigabe von Cannabis für den Freizeitkonsum in Deutschland hat heftige Kritik von Regierungsvertretern ausgelöst. Ein neuer Bericht zeigt steigende THC-Werte und einen drastischen Rückgang von Frühinterventionsprogrammen für Konsumenten. Minister fordern nun dringende Gespräche über die Zukunft des Gesetzes.
Der zweite Zwischenbericht des Forschungsprojekts Ekocan bewertet die Auswirkungen des Cannabiskonsumgesetzes. Seit dessen Inkrafttreten ist der THC-Gehalt in erhältlichen Produkten deutlich gestiegen. Gleichzeitig sind die Importe von medizinischem Cannabis stark angestiegen – mehr als sechsmal so hoch wie noch 2023.
Auch die Grenze zwischen medizinischer und freizeitlicher Nutzung ist zunehmend verschwommen. Frühinterventionsprogramme, die Risikokonsumenten unterstützen sollen, verzeichnen einen dramatischen Rückgang. Familienministerin Karin Prien (CDU) machte die vorherige Ampelkoalition für die Schwächung der Suchtprävention bei Jugendlichen verantwortlich und nannte dies einen "Bärendienst".
Kritik kommt von mehreren Ministern. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnete das Gesetz als "totales Fiasko". Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nannte die Teillegalisierung einen "Fehler". Ein Ministeriumssprecher ergänzte, dass Änderungen des Gesetzes die Zustimmung der Koalitionspartner erfordern würden.
Das Bundesgesundheitsministerium bereitet nun Gespräche innerhalb der Regierung vor, um den aktuellen Kurs zu überprüfen. Der Bericht zeigt tiefgreifende Veränderungen seit Einführung des Gesetzes: stärkeres Cannabis und weniger Beratungsangebote. Da Minister Nachbesserungen fordern, muss die Regierung nun entscheiden, ob sie die bestehende Regelung anpasst oder grundlegend reformiert. Das Ergebnis hängt von den Verhandlungen der Koalitionsparteien in den kommenden Wochen ab.






